Europäischer Fernwanderweg E 10 – Rupertiweg

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Der Europäische Fernwanderweg E 10 ist einer von 11 Fernwanderwegen, die von der europäischen Wandervereinigung koordiniert und von nationalen und regionalen Vereinen gepflegt werden. Der E 10 verläuft vom nördlichsten Punkt Finnlands durch das östliche Deutschland, dann durch Tschechien und Österreich bis zur italienischen Stadt Bozen.

Der österreichische Abschnitt – 661 bis 711 Km

In Österreich ist der E 10 anfangs nicht sofort markiert; ab dem Grenzübergang bei Weigetschlag folgt er dem lokalen Weg 11 zum Dorf Rading, dann dem lokalen Weg 12 bis Bad Leonfelden. Ab hier ist der E 10 identisch mit einem Teil des Nordwaldkammweges, der im Ganzen im E 6 aufgenommen wird. Der E 10 verläuft nun in nordwestlicher Richtung nach Guglwald, wo er sich mit der oben genannten Variante aus Lipno nach Vlatou in Höhe eines zum Hotel-Restaurant umgebauten Schlosses vereinigt. Der E 10 folgt dem Nordwaldkammweg und dem E 6 über Haslach und St. Oswald bei Haslach bis zum Bärenstein der über der Doppelstadt Aigen-Schlägl gelegen ist.

Der Rupertiweg

In Aigen beginnt der österreichische Teil des Wanderweges E 10 – der Rupertiweg, mit einer Schleife zum Bärenstein und zurück nach Aigen-Schlägl. Dieser österreichische Teil macht einen bedeutenden Teil des E 10 aus. Er endet im Naßfeld an der italienischen Grenze. Wer dem E 10 folgt, auf der Route Bärenstein, kann den gemächlicheren, weil teilweise asphaltierten, östlichen Abstieg über das Panyhaus wählen oder den schöneren westlichen Abstieg an den Liebesfelsen vorbei; beide Wege treffen sich bei Aigen im Mühlkreis. Der Rupertiweg kann also 529 bis 548 Km lang sein.
Der E 10/ Rupertiweg kreuzt etwas südlicher den E 8; zwischen Ameisberg und Oberkappel laufen beide Wege zusammen. Nach der Überquerung der Donau hat der Wanderer die Wahl zwischen zwei Varianten; eine einfachere, aber auch langweilige Route, die hauptsächlich den Ufern des Inn und der Salzach folgt und eine abwechslungsreichere, hügelige Route über den Hausruck und Kobernaußerwald. In Ostermiething kommen die beiden Wege wieder zusammen bis Salzburg. Hier angekommen kann der Wanderer wieder wählen. Es gibt einen schönen, aber auch mühsamer zu gehenden Weg über den Gaisberg oder man kann auch durch die Stadt Salzburg gehen. In der Stadt und auf dem Gaisberg werden Varianten des E 4 gekreuzt, abschnittsweise verlaufen der E 10 und der E 4 gemeinsam.
Unmittelbar nach dem Stadtteilabschnitt erheben sich die Alpen hoch über den Wanderer. Hier beginnt der E 10 mit einem alpinen Anstieg von mehr als 1000 Höhenmeter. Ab hier bis Bozen ist der Weg ein Hochgebirgsweg und ist an manchen Stellen zu gefährlich für unerfahrene Bergwanderer. Dies gilt insbesondere bei Regen wegen der glatten Grashügel und Felsen, etwa für den Salzburger und Berchtesgadener Hochthron. Bei gutem Wetter ist die Aussicht über die Alpen natürlich ausgesprochen überragend. Dadurch, dass die Berge auf dem E 10 immer wieder auf über 1000m ansteigen, ist dieser Abschnitt auch sehr anstrengend.
Der erste Abstieg geht in das deutsche Berchtesgaden. Eine Bootstour auf dem Königssee bringt den Wanderer an den Fuß des Steinernen Meeres, eine Stein und Geröllwüste, welche erst nach 1000m Aufstieg erreicht wird. Weitere markante Punkte sind das touristische Maria Alm, Taxenbach und der Kurort Badgastein, die jeweils durch hohe Bergrücken von einander getrennt sind.
In Mallnitz wird Kärnten erreicht. Den meisten Wanderern muß man von einer Überquerung der Reißeckgruppe abraten, hier wird richtiges Bergsteigen verlangt. Es gibt jedoch eine Alternative die ebenso schön ist, den Weg über Obervellach; ab Kolbnitz ist der Berg Reißeck einfacher zu besteigen.

Mein persönlicher Zugang zum E 10 – Rupertiweg

Seit vielen Jahren gehe ich in meiner Innviertler Heimatgemeinde im Bereich des Hausruck – Kobernaußerwaldes oft und gerne Wandern. Dabei habe ich schon unzählige Kilometer auf dem sog. 1er-Weg wie er in unserer Gegend genannt wird, zurück gelegt. Zwischen Riedau und dem Wallfahrtsort Maria Schmolln war mir der Weg schon bestens bekannt. Da wie schon gesagt Wandern und hier insbesondere das Weitwandern meine Passion ist, habe ich mich schlau gemacht, was es den mit diesem Weg auf sich hat.
Bei meinen Recherchen stieß ich auf den Europäischen Fernwanderweg E 10 und seinen österreichischen Teil, den Rupertiweg, der auf einer Länge von ca. 570 Km Österreich durchzieht. Daher beschloss ich, diesen Weitwanderweg näher unter die Lupe zu nehmen. Ich besorgte mir Unterlagen, Infos, Berichte usw. verschiedenster Art. Empfehlenswert ist auf alle Fälle der Blog smeki-wandert. Da ich schon die Erfahrung gemacht hatte, dass der Rupertiweg abschnittsweise kaum bzw. schlecht markiert und beschildert ist, hab ich mir ein eigenes Ruperti-Weg-Guidbuch und zwar für den gesamten österreichischen Abschnitt angefertigt; bei der Wegbeschreibung der einzelnen Etappen habe ich auf den entsprechenden Wanderführer des Alpenverein zurückgegriffen, zusätzlich habe ich auch Kartenmaterial besorgt und alles zusammen in ein handliches Buch gekleidet. Dieser Wanderführer erwies mir gute Dienste, da wie schon erwähnt, der Weg teilweise sehr spärlich bis gar nicht markiert ist und leicht verloren geht. Auf alle Fälle ist es notwendig eigenes Kartenmaterial mitzuführen.

Exkurs Appalachian Trail

Der Appalachian Trail ist einer der längsten Weitwanderwege in Amerika entlang der Ostküste der USA. Er erstreckt sich über 3.600Km und führt durch 14 Bundesstaaten beginnend im Süden im Bundesstaat Georgia und endend im Norden im Bundesstaat Maine.
Wenn jetzt jemand fragt, was hat der Appalachian Trail mit dem E 10/ Rupertiweg zu tun, so besteht in meinem Fall durchaus ein Zusammenhang. Mein Hauptwanderprojekt besteht nämlich darin, diesen Appalachian Trail in den USA in seiner gesamten Länge zu begehen; daher dienten die mehrtägigen Wanderungen auf dem Rupertiweg ganz einfach der Vorbereitung auf den Appalachian Trail. Ich habe jedoch auch den Entschluß gefasst, den Rupertiweg in seiner Gesamtheit fertig zu wandern. Konkret hieß dies, daß ich bei den meisten Etappen meinen ca. 15Kg schweren Trailrucksack bei mir hatte, mit all jenen Sachen, die man für ein autonomes Leben in der Natur benötigt; ´zB Zelt, Bivy-Bag, Essen, Kocher, Schlafsack usw.