Etappe: Flattnitz—Haidner Höhe—Lattersteighöhe—Bretthöhe—Hoazhöhe– Weitentalsattel—Schoberriegel—Turracher Höhe, reine Gehzeit 07:28Stunden für 19Kilometer, 1483Höhenmeter im Anstieg, 1032Höhenmeter im Abstieg, WegNr 109,
Es sollte heute die letzte Etappe für diese Woche sein. 20 Kilometer auf die Turracher Höhe schienen moderat zu sein. Was mich allerdings stutzig machte, waren die relativ vielen Höhenmeter auf diese Distanz. Zusätzlich gab es noch die Notwendigkeit für mich, spätestens um 15:00 Uhr auf der Turracher Höhe zu sein, damit meine Rückreise funktionierte.
Ich war daher pünktlich noch vor 06:30 Uhr für mein Frühstück bereit. Allerdings , niemand von meinen GastgeberInnen war anwesend. Auch kurz vor 07:00 Uhr war ich noch alleine. Ich konnte daher nicht länger warten und verließ das Gasthaus Ladinig ohne Frühstück. Wie sich später herausstellte, hatte sich meine junge Gastgeberin verschlafen.
Meine heutige Etappe sollte mich über lange, offene Höhenrücken durch die typische Landschaft der Nockberge führen. Die Haidnerhöhe bildete den Einstieg in eine beeindruckende Kammwanderung, war aber mit ihren 1.799 m deutlich niedriger als die folgenden Nock-Gipfel.
Der Morgennebel lag noch über dem Flattnitzer See, als ich kurz vor der Talstation des Hirnkopfliftes den Aufstieg zur Haidnerhöhe begann. Auf dem gut begehbaren Jagasteig ging es stetig nach oben. Bald hatte ich die Nebelgrenze erreicht und die Morgensonne verhieß wieder einen optimalen Wandertag. Der Weg trug heute auch die Bezeichnung Gurktaler Höhenweg. Nach ca. 2 Stunden Aufstieg erreichte ich auf 1.800 m die Haidnerhöhe. Der Weg verlief dann rechts Richtung Hirnkopf. Im Sattel zwischen Haidnerhöhe und Hirnkopf, dem Hirnloch, biegt der 09er-Weg im spitzen Winkel nach links ab und brachte mich auf die beeindruckende Hochebene Kalteben.
Der Salzsteigweg 09 führte mich in den nächsten Stunden und über einige Kilometer hinweg über diesen Höhenrücken. Die Landschaft öffnete sich und gab einen 360-Grad-Blick auf die umliegenden Bergwelten frei. Breite, gerundete Rücken und ausgedehnte Almflächen ließen diesen Abschnitt trotz seiner Höhe von rund 2.145 m weit und großzügig erscheinen. Es war eindeutig der landschaftliche Höhepunkt meiner heutigen Etappe.
Entlang eines Weidezaunes ging es lange Zeit Richtung Lattersteighöhe. Das „Weidezaun-Wandern“ verlangte etwas Geduld, Demut und vor allem viel Konzentration bei der Wegfindung. Der lange Lattersteig brachte mich schließlich zum Anstieg auf die Lattersteighöhe (2.264 m). Vor dem kurzen, knackigen Gipfelweg erreichte ich noch eine kleine Unterstandshütte. Der Anstieg beginnt als breiter, in den Fels gearbeiteter Weg, der dann in einen kurzen, steilen Gipfelsteig mündet. Irgendwo auf dem Lattersteig fand sich auch der Hinweis, dass im Lattersteiggebiet der Fluss Gurk entspringt.Tatsächlich liegt der Ursprung der Gurk in den beiden kleinen Karseen Gurksee und Torersee östlich unterhalb der Bretthöhe.
Es wurde nur eine kurze Pause am Gipfel der Lattersteighöhe. Nicht nur hier, auch auf den anderen Gipfeln waren leider die Insekten derart lästig, dass kein längeres Verweilen möglich war. Ab der Lattersteighöhe wurde der Untergrund felsiger und ich musste mehr Konzentration auf meine Trittsicherheit legen. Jetzt folgten in relativ kurzen Abständen gleich mehrere Nock-Gipfel. Die nächsten drei – Bretthöhe, Hoazhöhe und Kaserhöhe – lagen allesamt jenseits der 2.300-Meter-Marke.
Der nächste Nock, die Bretthöhe, war nicht nur der höchste Gipfel der heutigen Tour, sie ist mit 2.320 m auch der höchste Punkt des gesamten Salzsteigweges 09. Der Anstieg von der Lattersteighöhe zur Bretthöhe war allerdings lang und forderte einige Körner. Zum Wetter sei gesagt: Es war wieder bestes Wanderwetter. Allerdings bewegte ich mich stundenlang in praller Sonne. Kopf- und Sonnenschutz waren daher unbedingt notwendig.
Von der Bretthöhe ging es sofort wieder abwärts in den Zgartensattel, um anschließend wieder auf die Hoazhöhe anzusteigen. Hier zeigte sich eine weitere Eigenheit dieser Etappe: Die Nockberge verlangen immer wieder Gegenanstiege. Genau dieses ständige Auf und Ab machte die heutige Etappe körperlich anspruchsvoller, als die reine Kilometerzahl vermuten lässt.
Auf die Hoazhöhe folgte sogleich die Kaserhöhe. Höhendifferenz zwischen diesen beiden Nocks gab es praktisch keine. Kleine Höhendifferenzen sind überhaupt eine Besonderheit dieser heutigen Gipfelkette. Bretthöhe (2.320 m), Hoazhöhe (2.319 m) und Kaserhöhe (2.318 m) liegen praktisch auf derselben Höhe.
Ich wanderte nun wieder über grasbewachsene Höhenrücken Richtung Turracher Höhe. Zwei Nock-Gipfel hatte ich noch zu begehen. Nach einem längeren Abstieg in den Weitentalsattel begann wieder ein steiler Aufstieg auf die Gruft. Allerdings gab es gleich zu Beginn des Aufstiegs einen äußerst willkommenen Abschneider-Steig, der die Flanke der Gruft quert und mich binnen kürzester Zeit auf den Steig zum letzten Nock-Gipfel für heute, den Schoberriegel (2.208 m), brachte.
Der Schoberriegel war schließlich der letzte Gipfel meiner heutigen Höhenwanderung. Ich war gut in der Zeit, d. h. es gab kein Problem mit der Rückreise. Jetzt galt es noch, einen ausgetretenen Steig abzusteigen und die Bushaltestelle bei der Panoramabahn auf der Turracher Höhe zu finden. Das war alles kein Problem. Um 15:30 Uhr bestieg ich den Bus und kurz vor 23:00 Uhr war ich wieder in Ried im Innkreis.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.Es waren heftige, aber wirklich wunderschöne Wandertage. Die Wölzer Tauern und die Kärntner Nockberge haben mich wirklich begeistert. Jetzt bleiben noch 3–4 Etappen am Salzsteigweg 09. Diese Wanderungen werde ich im September machen und damit den Salzsteigweg 09 beenden.