Etappe: Annenheim/Treffen—Treffen Ort—Drau—Villach—Villach Warmbad—Unterfederaun—Erlendorf—Pöckau—Arnoldstein, reine Gehzeit 06:56Stunden für 32Kilometer,  557Höhenmeter im Anstieg, 479Höhenmeter im Abstieg, WegNr  209, 609

Ich wollte den Salzsteigweg 09 heuer unbedingt noch beenden – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Es waren ja nur noch wenige Etappen zwischen der Turracher Höhe und Arnoldstein offen. Da sich meine Frau bereit erklärte, mich zu begleiten, starteten wir kurzerhand mit dem Wohnmobil und fuhren nach Treffen am Ossiacher See. Ein ideal gewählter Standort für meine Vorhaben: Einerseits konnte ich von dort aus die Etappe nach Arnoldstein angehen, andererseits bot sich auch die Strecke Treffen Arriach – Walderhütte an. Zusätzlich war noch ein Abstecher zum Falkertsee geplant.

Aber nun zur Etappe nach Arnoldstein. Nach zwei wirklich intensiven Regentagen – an Wandern war dabei kaum zu denken – war es am Samstag, dem 12. September 2026, endlich so weit. Ich konnte starten. Der Wanderführer versprach 27 Kilometer. Allerdings kam noch der Anmarsch vom Campingplatz nach Treffen dazu, rund 4 Kilometer, womit sich die Gesamtdistanz zunächst auf etwa 31 Kilometer erhöhte.

Ich war früh unterwegs – noch vor 7 Uhr ging es los. Zunächst führte mich der Weg zur Bahnstation Annenheim. Danach querte ich die Bundesstraße und folgte dem regionalen Wanderweg Nr. 2 durch den Wald in Richtung Julienhöhe und Seespitz. Weiter ging es über Niederdorf und Töbring. Dort kam ich an einem großen Gestüt vorbei, bevor ich schließlich wieder auf den Originalverlauf des 09ers traf. 

Beim Tennisplatz in Töbring zweigt der Weg nach links Richtung Eichholz ab. Ein Waldweg führte stellenweise recht steil bergauf zur Ansiedlung Eichholz. Diese knapp 200 Höhenmeter waren allerdings der einzige wirklich fordernde Anstieg des Tages. Von Eichholz ging es weiter – immer dem Eichholzgraben folgend – über den Oswaldibergtunnel schließlich hinunter ins Stadtgebiet von Villach.

 

Dort erreichte ich das Ufer der Drau. Lange führte mich der Weg flach entlang des Flusses, stets begleitet von den Gleisanlagen. Auf Höhe des Stadtmuseums konnte ich schließlich die Drau überqueren. Mein weiterer Weg durch die Stadt führte mich am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Warmbad Villach.

Ab hier tauchte ich in den Bereich des Naturparks Dobratsch ein. Auf wunderschönen Waldwegen ging es gemütlich dahin – fast schon wie ein Spaziergang. Besonders beeindruckend war die alte Römerstraße. Die tiefen Spurrinnen im Gestein waren deutlich sichtbar, und allein die Vorstellung, hier in den Fußstapfen der Römer unterwegs zu sein, ließ mich kurz ins Träumen geraten.

Spätestens in Unterfederaun war es mit der Träumerei vorbei. Die Autobahn wurde unterquert, die Gail überschritten, und es folgte ein langer, flacher Abschnitt entlang des Flusses. Solche Strecken verlangen Geduld – und ein gewisses Maß an Demut.

 

Schließlich erreichte ich die Fußgängerbrücke bei Erlendorf. Hier hätte der 09er die Gail gequert – hätte. Die Brücke war nämlich komplett gesperrt. Und zwar richtig: mit Metallgittern und allem Drum und Dran. Also war Improvisation gefragt. Zum Glück fand ich rasch eine Ausweichroute über den Alpe-Adria-Radweg. Dieser führte mich in einem weiten Bogen wieder unter der Autobahn hindurch bis nach Oberschütt. Dort konnte ich die Gail schließlich queren und bog gleich wieder rechts in den Wald ab. Es folgte ein weiterer langer Abschnitt – gefühlt endlos – entlang der Gail bzw. eines Entlastungskanals. Wieder ein Weg, der vor allem eines verlangte: Durchhaltevermögen. Positiv war allerdings, dass ich die ganze Zeit das Dobratsch-Massiv im Blick hatte. Schon am Südalpenweg 03 war mir dieser Berg tagelang ein treuer Begleiter am Horizont gewesen. Ein wirklich beeindruckendes Massiv.

Doch auch der längste Weg hat ein Ende. Kurz vor dem Gail-Stausee-Kraftwerk bog ich schließlich auf den regionalen Wanderweg Nr. 9 ein. Dieser führte mich an der Hubertusquelle vorbei hinein ins Gemeindegebiet von Arnoldstein. Ich durchquerte noch die Ortsteile Waldsiedlung und Gailitz, bevor ich schließlich das Zentrum von Arnoldstein erreichte. Beim Café Central gönnte ich mir ein wohlverdientes Bier und eine Pizza – inklusive des obligatorischen Stempels.

Der Bahnhof lag ganz in der Nähe, und so ging es um 15 Uhr mit der S-Bahn zurück nach Villach und weiter nach Annenheim an den Ossiacher See.

Es war eine lange, aber durchwegs schöne Wanderung. Als Nächstes steht die Etappe von Treffen nach Arriach am Programm.