Etappe: Rotsohlalm—Niederalpl—Wetterinalm—Herrenbodenalm—Schöneben—Mooshuben— Mariazell, reine Gehzeit: 06:30Stunden, Strecke: ca. 26Kilometer Höhenmeter: 602m im Anstieg, 1252m im Abstieg, Wegnummer: 406, 730 leichte bis mittelschwere Tour
Ich hatte schon fast vergessen, wie es sich anfühlt – oder besser gesagt anhört –, mit 20 anderen Menschen in einem Raum zu nächtigen. Da wird geschnarcht, gehustet, geredet und vieles mehr. Es musste also ein leichter, dösender Schlaf reichen, um die letzte Etappe am Steirischen Mariazellerweg 06 zu bewältigen.
Es war ja wieder schlechtes Wetter vorhergesagt. Gleich vorweg: Es wurde ein kühler, grauer und verregneter Tag. Als ich um 05:00 Uhr morgens aus dem Fenster sah, hingen die Wolken tief, es war kalt und es regnete. Und genau so sollte es die nächsten Stunden auch bleiben.
Also nichts wie raus aus dem Bett. Regenkleidung angezogen, den Rucksack wasserdicht gemacht und ab zum Frühstück. Noch vor 07:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Zu sehen gab es heute wirklich nicht viel. Die Fotoausbeute fiel daher äußerst gering aus.
Von der Rotsohlalm ging es zunächst ein kurzes Stück bergauf zum sogenannten Nikolokreuz. Danach führte mich der Weg lange Zeit stetig aufwärts. Es ging hinauf bis auf etwa 1500 Meter Seehöhe. Normalerweise bieten sich auf diesem Abschnitt herrliche Ausblicke auf die Hohe Veitsch, die Bärentalwand und tief hinein ins Hochschwabgebiet. Heute gab es allerdings nichts zu sehen. Alles grau in grau.
Aus dem anfänglichen Nieseln war inzwischen ein konstanter Regen geworden. Abschnittsweise starker Wind ließ überhaupt keinen richtigen Wandergenuss aufkommen.
Aber zurück zu den guten Dingen des Tages. Die Wegführung – egal ob auf moderaten Forststraßen, Waldwegen oder Jägersteigen – ließ auch bei widrigen Wetterbedingungen ein sicheres Wandern zu.
Ich traf bald nach der Rotsohlalm auf eine Pilgergruppe, zwei Damen und einen Herrn, alle ungefähr in meinem Alter. Diese Gruppe nahm mich für die nächsten Stunden mit. Ich konnte das Tempo gut halten, und so wanderten wir gemeinsam Richtung Mariazell. Wir marschierten zügig lange Forststraßen entlang, passierten eine Schottergrube, ehe der 06er-Weg nach rechts in den Wald abbog. Auf moderatem Waldweg erreichten wir schließlich die kleine Ortschaft Niederalpl. Obwohl Niederalpl ein Kontrollpunkt ist, war hier kein Stempel zu bekommen. Alles zu, alles geschlossen.Ein großes Almgebiet, völlig im Nebel versunken. Durchnässte Almböden, starker Wind – nicht leicht zu begehen. Ich bin diese Strecke ja schon einmal am Nord-Süd-Weitwanderweg 05 gegangen, allerdings bei Schönwetter.
Bei der Herrenboden-Sennhütte löste sich dann unsere Wandergruppe auf. Meine Mitwanderer legten eine wohlverdiente Pause ein. Ich ging allerdings weiter, da ich unbedingt den Zug um 16:00 Uhr in Mariazell erreichen musste.
Ich kämpfte mich im wahrsten Sinne des Wortes über die Herrenbodenalm. Vorbei an der Paulaquelle begann schließlich mein Abstieg durch das Gebiet des Natterriegels in Richtung Schöneben.
Auf steilem Waldpfad ging es hinunter. Wie immer bei nassem Untergrund war volle Konzentration angesagt. Beim ehemaligen Gasthof Schöneben vereinigt sich die Variante 6A mit der vom Buchalpenkreuz kommenden Route 06B des Mariazellerweges. Auf breiter Forststraße ging ich nun immer entlang des Falbersbaches weiter, folgte der Abzweigung nach Mooshuben, es ging nochmals leicht bergauf, und schließlich erreichte ich das Gasthaus „Mooshuamwirt“.
Wieder wäre das ein Kontrollpunkt gewesen, aber leider geschlossen, niemand erreichbar. Auch im Außenbereich fand sich kein Stempel. Schade! So setzte ich meine Wanderung fort, überquerte die Straße und tauchte wieder in einen Waldweg ein, dem ich bis zur Ansiedlung Wieland folgte.
Dort verließ ich schließlich den Mariazellerweg 06 und ging entlang der Straße durch den Pitzgraben ins Untere Halltal zur Hauptstraße. Ich hatte für heute genug. In einem Buswartehäuschen wechselte ich meine nassen Sachen und wartete anschließend auf den Bus zum Bahnhof nach Mariazell.
So, das wäre es nun also gewesen mit den Pilgerwegen nach Mariazell. Ich habe alle sieben Mariazellerwege begangen. Auch auf dem Nord-Süd-Weitwanderweg 05 war ich bereits hier in Mariazell. Es waren sehr schöne und landschaftlich abwechslungsreiche Wanderungen.