13. Tag am Voralpenweg 04 – 26. Mai 2026 – Almsee/GH Seehaus – Ebensee

Etappe: Almsee/GH Seehaus—Hochpfad/Gschirrsattel—Offensee—Jagdhütte Fahrenau—Rindbach—Ebensee—, reine Gehzeit 06:24Stunden, für 26Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 705, Höhenmeter im Abstieg 867,  Wegnummer 404, 406,

Mein Ziel war es ja, im Mai am Voralpenweg 04 Ebensee zu erreichen. Doch zeitlich wurde es ziemlich eng. Nur noch wenige Maitage blieben mir, um meine Wanderung fortzusetzen. Daher ging es am 26. Mai 2026 wieder sehr früh los. Mein Ziel war diesmal der Almsee.

Über Attnang-Puchheim, Gmunden und Grünau erreichte ich schließlich das Gasthaus Seehaus am südlichen Ende des Almsees. Diese Etappe war mir bereits vom Salzburger Mariazellerweg 06 bekannt, daher wusste ich noch einigermaßen über die Wegbeschaffenheit Bescheid. Es versprach ein wunderschöner Tag zu werden – fast schon zu heiß zum Wandern. Das bedeutete vor allem: ausreichend Flüssigkeit mitnehmen.

Vom Gasthaus Seehaus ging ich ein kurzes Stück zurück und bog beim „Deutschen Haus“ in den 04er Weg ein. Gleich zu Beginn ging es leicht bergauf, die Abzweigung zum Ameisstein ließ ich allerdings aus. Danach führte mich eine Forststraße lange Zeit sehr moderat dahin. Schließlich verließ ich die Forststraße und stieg auf einem schmalen Waldsteig hinunter in das Nesselbachtal. Nach der Bachquerung ging es kurz, aber kräftig bergauf, ehe ich im Bereich des Zwieseleck wieder eine Forststraße erreichte. Hier beginnt auch der sogenannte Hochpfad.

 

Dieser führte weiterhin angenehm und nur leicht ansteigend an der Drackhütte vorbei. Im Bereich der Jagdhütte Weißenegg wurde der Weißeneggbach überquert, und kurze Zeit später erreichte ich die Gschirrhütte sowie den Gschirrsattel. Mit dem Gschirrsattel hatte ich zugleich den höchsten Punkt der heutigen Etappe erreicht: 1029 Meter.

Eines fiel mir in diesem Abschnitt besonders positiv auf: Die Markierungen werden hier vom ÖAV Wels betreut – und zwar hervorragend. Nicht nur die Wegführung war jederzeit klar erkennbar, es fanden sich auch immer wieder Hinweisschilder, die auf schwierige Wegpassagen aufmerksam machten, etwa auf den anspruchsvollen Abstieg vom Gschirrsattel zum Offensee. Wirklich perfekte Arbeit – Gratulation an den ÖAV Wels!

Inzwischen hatte sich der Tag zu einem traumhaften, aber sehr heißen Wandertag entwickelt. Kopfbedeckung, Sonnenschutz und genügend Flüssigkeit waren heute Pflicht. Zusätzlich sorgte die großartige Kulisse des Toten Gebirges für echten Wandergenuss.

Vom Gschirrsattel ging es nun steil durch den Hochpfadgraben hinunter zum Offensee. Der schmale Steig war nicht angenehm zu begehen. Viel loses Geröll sowie unzählige Wurzeln verlangten höchste Konzentration. Gehen mit allen Sinnen war einmal mehr angesagt.

Ein Tipp dazu: Für Mountainbiker gibt es eine eigene Abfahrt zum Offensee. Diese verläuft offen über eine lange Schotterpiste. Der Wanderweg hingegen führt links davon durch den Wald. Unbedingt den Waldsteig benützen.

 

 Schließlich erreichte ich unbeschadet die Uferstraße des Offensees, hielt mich rechts und wanderte längere Zeit auf Asphalt direkt am Seeufer entlang. Ein Stück nach dem Ausflugsparkplatz zweigte der Weg rechts in das Grieseneckbachtal ab. Nun folgte ein langer Abschnitt entlang des Grieseneckbaches, der bereits trocken gefallen war. Erst bei einer Betonbrücke konnte ich den Bach queren. Die Wegbeschilderung ist in diesem Bereich leider eher mangelhaft. Der Weg trägt zwar die Nummer 422, Hinweise auf den 04er oder den 06er Weg finden sich jedoch kaum. Man sollte sich davon allerdings nicht verunsichern lassen.

Nach der Bachquerung wartete nochmals ein heftiger Anstieg im Bereich des Steinecks auf mich. Auf kurzer Strecke waren rund 300 Höhenmeter zu bewältigen. Steile Passagen, Wurzeln und loses Gestein machten den Anstieg durchaus anspruchsvoll. Dass hier teilweise auch Mountainbiker bergab fahren, erscheint fast unglaublich.

Ich kämpfte mich also bergauf, erreichte schließlich wieder eine Forststraße und kam beim Jagdhaus Fahrnau vorbei. Danach hieß es vor allem geduldig bleiben. Die nun folgende lange Forststraßenpassage entlang des Lochbaches ist definitiv nichts für ungeduldige Wanderer. Eine weitere Jagdhütte wurde passiert, ehe ich im Bereich des Zwercheck den Beginn des Rindbachtales erreichte. Hier mündet auch der Weg 430 ein, der von der Habernau am Almsee über das Grünangerl in das Rindbachtal führt.

 

Der Rindbach hat eine beeindruckende Schlucht geformt. Teilweise ging es links des Weges schwindelerregend tief hinunter. Gefühlt wollte das Rindbachtal überhaupt kein Ende nehmen. Als ich schließlich den Wasserfall in der Rindbachklamm erreichte, wusste ich allerdings, dass Ebensee nicht mehr weit sein konnte. Wobei „nicht mehr weit“ natürlich ein dehnbarer Begriff ist.

Noch lange führte der Weg durch den Ortsteil Rindbach, bis ich schließlich die Bahnstation Landungsplatz in Ebensee erreichte.

Damit hatte ich mein selbst gesetztes Ziel geschafft: den Voralpenweg 04 bis zum Beginn des Höllengebirges zu begehen. Weiter geht es nun von St. Gilgen am Wolfgangsee nach Faistenau, anschließend über den Gaisberg nach Salzburg und schließlich als letzte Etappe von Salzburg nach Bad Reichenhall.