Etappe: Warth—Laimpoden—Geisberg—Hochbrand—Luft—Großgsoll—Bichlberg Schwabeneckkreuz – Jägerlacke—St. Gotthard, reine Gehzeit 06:42Stunden für 17,5Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 813, Höhenmeter im Abstieg 725, Wegnummer 604, 652, 651
So, um 06:30 Uhr war ich mit Schlafen fertig. Ich packte meinen Rucksack und begab mich in den Frühstücksraum. Das Wetter war wieder bestens und kündigte einen großartigen Frühlingstag an. Auch das Frühstück fiel eindeutig in die Kategorie ausgezeichnet.
Wir plauderten am Frühstückstisch noch ganz eifrig, und so passierte mir ein kleines Missgeschick: Ich nahm den Zimmerschlüssel mit. Warum das allerdings kein größeres Problem wurde, erzähle ich etwas später. Es war schon nach 08:00 Uhr, als ich den Steinschalerhof verließ. Zunächst ging ich ein kurzes Stück die Hauptstraße entlang bis zur Bahnstation und überquerte dort die Pielach.
Weiter ging es durch den sogenannten Leindlgraben Richtung der Ansiedlung Laimpoden. Richtig steil ging es über Wiesenboden nach oben. Die Umrundung des Fronberges war genau die richtige Übung, um munter zu werden. Ich muss noch ergänzen, dass ich nicht zurück nach Rabenstein ging, um den Voralpenweg 04 fortzusetzen. Nein – ich wählte sozusagen die Querfeldein-Variante. Nach etwa sechs Kilometern, beim Anwesen Hochbrand, wollte ich wieder auf den 04er Weg treffen.
Bis dahin hieß es allerdings, einige Höhenmeter zu machen. Mit dem Aufstieg nach Laimpoden hatte ich zunächst meine Reisehöhe erreicht. Danach ging es auf einem moderaten Höhenweg weiter. Beim Gehöft Geisberg hatte ich eine durchaus brenzlige Situation zu bestehen. Ein sehr großer und äußerst aggressiver Hund ließ mich nicht passieren. Vielmehr musste ich zurückweichen, da der Hund mich offensiv anging. Mein Schreien und Drohen mit den Wanderstöcken nützte nichts. Mir blieb also nichts anderes übrig, als das Gehöft weiträumig zu umgehen. Am Weiterweg beschäftigte mich noch eine Frage: Wie unfreundlich muss man mit einem Tier umgehen, um einen derart aggressiven Charakter zu erzeugen?
Weiter ging es mit der Umrundung des Brandleitenkogels, und dann war es soweit: Bei Hochbrand traf ich wieder auf den Voralpenweg 04. Ein kurzes Stück später erreichte ich das ehemalige Gasthaus Luft. Danach ging es weiterhin auf moderaten Waldwegen dahin. Ich passierte einen großen Steinbruch, anschließend das Gehöft Großgsoll, bevor der Weg zunehmend steiler auf den Bichlberg hinaufführte.
Eine steile Angelegenheit! Oben angekommen legte ich eine kurze Pause ein. Das Panorama war großartig – allen voran begrüßte mich der schneebedeckte Ötscher. Vom Bichlberg führte mich der sogenannte Yetisteig zum Schwabeneckkreuz. Von dort ging es hinunter zur sogenannten Jägerlacke. Hier beginnt auch der Aufstiegsweg zur Grüntalkogelhütte. Diesen Anstieg ersparte ich mir allerdings – die Hütte war ohnehin geschlossen.
Von der Jägerlacke führte mich der Schneckensteig schließlich hinunter Richtung St. Gotthard, meinem heutigen Tagesziel. Kurz vor 14:00 Uhr erreichte ich mein Quartier und wurde von Frau Kasser begrüßt.
Nun muss ich noch einmal auf das Missgeschick mit dem Zimmerschlüssel zurückkommen. Wie sich herausstellte, fährt Frau Kasser morgen nach Kirchberg an der Pielach und erklärte sich bereit, den Schlüssel beim Steinschalerhof abzugeben. Damit war also alles bestens gelöst. Es war noch früh am Nachmittag, daher drehte ich noch eine kleine Runde durch den Ort St. Gotthard sowie durch die Hauptgemeinde Texing.
Zum Abendessen gab es von Frau Kasser ein exzellentes Gulasch – ich war also rundum zufrieden. Morgen allerdings geht es wandertechnisch so richtig zur Sache. Bis Gresten sind es knapp 40 Kilometer. Mal sehen, ob sich das ausgeht.