7. Tag 17. Juli 2015-magic moment´s mit Pedio

Appalachian Trail

Etappe: Wildcat Shelter – Fingerboard Shelter -14,3Mi

Also geschlafen habe ich, in meinem moskitofreien Bett ziemlich gut! Schon jetzt hat sich der Ankauf der Hängematte gelohnt. Zwar nicht in ihrer gebrauchsüblichen Verwendung aber sie erfüllt auch so einen wichtigen Zweck. Also übliches Morgenprozedere, dann Kaffee und es geht wieder los. Ich komme erst gegen 07:30 Uhr auf den Trail. Es ist nach wie vor Sommer, daher schon am Morgen gut warm und kein Lüftchen weht! So geht es durch den Vormittag. Zum Untergrund ist alles bereits gesagt, Felsen! Auch heute stehen wieder einige dieser Hügel, obwohl sie im Guidebook als Mountains also Berge verzeichnet sind, auf dem Programm. Kurz aber heftig geht es da ans Höhenmeter machen.

 

Diese Hügel saugen dir die Körner ganz schön raus und richtig heftig wird es dann kurz vor dem Shelter! Erst durch einen Felsspalt zwängen, dann wird geklettert. Anstrengend aber kein Problem!

Problematisch ist da eher schon die Wasserversorgung. Über weite Strecken keine Spur von Quellen, wenn überhaupt dann langsam fließende Rinnsale oder stehende Gewässer, aus denen bräunlich schimmerndes Wasser entnommen werden kann; d.h. mechanisch filtern, chemisch reinigen und Tabletten. Für unterwegs bedeutet dieser Wassermangel, dass bei jeder sich bietenden Gelegenheit brauchbares Trinkwasser aufzunehmen ist! Ich schleppe daher permanent mindestens 3 L Wasser mit mir herum. Auch dieser Shelter ist ohne Wasserquelle! Ein Seitenweg führt zu einem See hin und zurück 1M zusätzlich, ohne Garantie trinkbares Wasser zu bekommen.

 

Es gab heute wieder magic-moments. An einem Parkplatz so ca. 4-5 Meilen vor dem Shelter, traf ich Pedio,  so sein Trailname, er stand dort mit seinem Pickup und hatte mehrere große Kühlboxen mit lauter feinen Sachen für die Wanderer geladen. Von Bananen, über Donuts, Softdrinks, Sandwiches, Bier, bis hin zu Burger bot er an! Eine großartige trail-magic! Ich nahm einen Softdrink und eine Banane, wir plauderten, er gab mir Tipps, dann bedankte ich mich für die großartige Bewirtung und ging weiter. Für eine 14Meilen-Etappe hatte ich heute zu viele Pausen gemacht, sodass ich erst um 18:00 Uhr zum Shelter kam. Die Pausen waren aber auch durch mein Blasenproblem bedingt.

Ich baute mir mein Nachtlager, traf drop-bear einen etwas introvertiert wirkenden jungen Geher aus Massachusetts. Er bekam diesen Trailnamen deshalb, da der erste Bär den er sah aus einem Baum fiel. Auch erzählte er mir, dass er seinen Job gekündigt hatte und den Appalachian Trail von New York bis Pennsylvania geht, da er sich sein weiteres Leben überlegen müsse. Na ja, auch gut! Dann kam noch Shredder, der junge Wanderer aus Tennesse! Wir machten wiederum ein Lagerfeuer, dann Abendessen und Kaffee! What else? Morgen gehe ich nach Fort Montgomery und lege einen Tag Pause ein; d.h. Wäsche waschen, Lebensmittel besorgen, den Blasen mal Zeit zum Heilen geben und mit meiner Familie Kontakt aufnehmen.