9. Tag 24. Juli 2016 – Auf Wiedersehen Vermont. Hallo New Hampshire

Appalachian Trail

Tagesetappe: Thistle Hill Shelter – Hanover – Velvet Rocks Shelter – 16Mi

Los ging es wieder sehr früh, ich wollte ja am frühen Nachmittag in Hanover sein und mir für eine Nacht ein Zimmer nehmen. Müsste auch dringend wieder einmal zur Wäscherei, Geräte aufladen usw. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite, ebenso der Appalachian Trail, daher ließ ich wieder das Wander-Monster von der Leine und die Meilen gingen gut und schnell her. Nebenbei war es wieder ein Genuss durch Vermonts Wälder zu gehen.

Der kurze Sturm vom Vortag hatte auch seine Opfer gefordert, riesige, große alte Bäume lagen entwurzelt über den Trail, teilweise war es gar nicht so einfach darüber hinweg zu kommen. So ging es durch den Vormittag und gegen 14:00 Uhr erreichte ich die Stadt Hanover. Vorher überquerte ich den Connceticut River und damit die state-line-Vermont-New Hampshire. Auf Wiedersehen Vermont es war wunderbar! Hanover entpuppte sich als feine Universitätsstadt, Stichwort Dartmouth College, viele Lokale, Geschäfte, Shops. Nur Unterkunft gab es keine! Ja, doch im Hanover Inn zum stolzen Preis von $ 280.-. Wie würde Asterix sagen, die spinnen die Hanoveraner!

So beschloss ich das mit der Wäscherei usw. zu verschieben, ging zum CO-OP-Foodstore, besorgte frische Lebensmittel und vergönnte mir ein spätes Lunch, bestehend aus einem halben Grillhähnchen, 2x Cola, Brot, usw. Ich setzte mich auf eine Bank vor dem Markt und nahm mein Essen ein. Da es zum nächsten Shelter nur knapp eine Meile war, nahm ich mir noch eine kleine Flasche Rotwein mit. Nach kurzem Aufstieg erreichte ich den Velvet Rocks Shelter, eine wirklich kleine Behausung. Eine Geherin, Trailname Ranger, war schon am Shelter daher beschloß ich mein Tarp-tent aufzubauen. Gesagt getan und wie immer als ich mit dem set up fertig war bemerkte ich, dass genau in Mitte meiner Liegefläche ein großer Felsen war! Super,  ich hab ihn jedoch ausgegraben!

 

Also alles fertig für die Nacht. Jedoch wo war nun die Quelle? Es gab keine bzw. war trocken! So ging ich ein Stück am Appalachian Trail zurück, sah unter mir ein Haus, welches ich quer durch den Wald ansteuerte. Dort mähte jemand den Rasen und an einer langen Leine hing ein großer Hund, ein Husky, der sofort die Ohren anlegte als er mich sah. Also blieb ich stehen, winkte und der Mann stellte den Rasenmäher ab. Er versicherte mir, das Franco ein guter Junge sei und mir nichts täte. Ich fragte um Wasser, er sagte sure und ich reichte ihm meine 2 Wasserflaschen. Bevor er ins Haus ging ließ er den Hund von der Leine, der sofort über mich herfiel und mich mit Hundeküssen zudeckte. Auch schon egal, ich stank sowieso schon ziemlich! Der Mann brachte mir die gefüllten Flaschen zurück, dazu noch einen extra Krug zum sofort trinken und wir führten ein nettes Gespräch. Danke sehr, it was nice to meet you!

Zurück am Shelter kochte ich Kaffee, Ranger nahm auch eine Tasse und wir plauderten ein wenig. Es ist ein richtig schöner Abend! Morgen geht es weiter Richtung White Mountains. Ranger sagt, dass das Wetter nicht mehr so stabil bleibt, speziell am Nachmittag soll es Regenschauer geben. Daher also früh los, damit man Nachmittags bereits im Shelter ist. Werden ja sehen wie es wirklich wird.