55. Tag 23. August 2017 -Unverhofft kommt oft – ein kurzer Stopp in Glasgow

Appalachian Trail

Etappe: Thunder Hill Shelter – US 501 / Glasgow 16,3 Mi / 26KM

Es lief heute,  ja so kann man sagen, wie geschmiert! Das Höhenprofil ließ die sehr moderate Trailführung so nicht erkennen. Der Morgen war bewölkt und daher präparierte ich meinen Rucksack auf es kann jeden Moment regnen und dann ging es wieder los. Zu meiner Überraschung kam mir ein Wanderer entgegen, nein eigentlich traf ich heute 2 Geherkollegen. Man nimmt sich dann mehr Zeit für ein Gespräch, es könnte ja für mehrere Tage die letzte Kommunikation gewesen sein.

 

Dieser junge Geher erzählte mir, dass es in Glasgow, eine kleine Stadt ca. 6Mi vom Appalachian Trail weg, einen ganz passablen öffentlichen Shelter gibt, mit Warmwasserdusche und dies zum Nulltarif. Eigentlich hatte ich nicht vor einen Abstecher nach Glasgow zu machen, aber da mich mein Ischiasnerv nach wie vor peinigte, war es schon eine Überlegung noch einen Tag Pause zu machen. 6 Meilen Entfernung, dh Autostoppen und ich machte meine Entscheidung davon abhängig, ob ich schnell eine Mitfahrgelegenheit bekomme oder nicht! Egal, meinen Plan bis zum Matts Creek Shelter zu gehen verwarf ich, es lief ja gut! Auf alle Fälle gehe ich bis zur US 501. Sollte es mit der Fahrgelegenheit nicht klappen war der nächste Shelter nur 1,7Mi entfernt. Als ich gegen 13:00Uhr zur Strasse US 501 kam, stand am dortigen Parkplatz ein einziges Auto, drinnen saß ein älterer Herr. Ich hatte kaum meinen Rucksack abgenommen, fragte er mich schon ob ich eine Fahrt nach Glasgow bräuchte. Yes Sir, off course! Keine 15Minuten später war ich in Glasgow beim öffentlichen Shelter. Der freundliche Fahrer erzählte mir, dass er von 1966 bis 1969 in Frankfurt für die CIA gearbeitet hat. Während dieser Zeit hat er auch Wien und Salzburg besucht, seine Frau war Schifahren in Tirol. Ihm war Schifahren verboten.

 

Er brachte mich zum Shelter, zeigte mir wo er wohnte und meinte wenn ich wieder zurück zum Appalachian Trail wollte, bringt er mich jederzeit wieder zum Trail zurück. Dieser Mensch war der freundlichste dem ich bisher begegnet bin! So quartierte ich mich quasi im Gemeindeshelter von Glasgow ein, die Dusche hatte tatsächlich Warmwasser und hier werde ich meinem Körper noch einen Tag Ruhe vergönnen. Erfreulicherweise war ich nicht lange allein am Shelter. Es trafen einige Geherkollegen ein. Da waren Twisted, Lobbo und Dreamcatcher  allesamt SOBOS! Waren lustige Typen, hatten alle Hunger aber out of money. Wir kamen schnell ins Gespräch und beschlossen uns ein Lunch zu kochen. Wie gesagt, die Kollegen waren alle pleite, daher vereinbarten wir Arbeitsteilung. Ich kaufte die Zutaten für das Essen, die Jungs besorgen das Kochen!

 

Nicht weit weg war ein Shop, dort kaufte ich Eier, Speck, Hot-Dog-Würstchen, Zwiebel, Brot und einige Dosen Bier. Zurück beim Shelter übergab ich die Lebensmittel an Twisted und der fing über dem Lagerfeuer an zu kochen! Binnen kürzester Zeit hatte jeder von uns einen Teller voll Rührei mit Schinken, einige Würstchen und dazu gutes IPA Mahlzeit! Zudem hatten wir jede Menge Spass! Wie gesagt die Jungs waren SOBOS, gingen also in die andere Richtung und wollten noch weiter! Daher hieß es it was nice to meet you – happy trails!