13. Tag am Salzsteigweg 09 — 13. August 2026—Murauer Hütte—Flattnitz

Etappe: Murauer Hütte—Turnhoferhütte—Ursch—Prankerthöhe—Stegerhütte—Flattnitz, reine Gehzeit 10:34Stunden für 33Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 1368, Höhenmeter im Abstieg 1521, WegNr 109

 

Es stand die längste Etappe am Salzsteigweg 09 am Programm. Am Ende sollten es über 32 Kilometer werden. Daher war ein früher – ja, ein sehr früher – Aufbruch fast schon Pflicht. Ich war bereits um 04:30 Uhr munter, wollte aber nicht mit der Stirnlampe losgehen. Ich packte daher in aller Ruhe meinen Rucksack und ging anschließend in die Gaststube, wo mir Elisabeth – die Hüttenwirtin – einen Thermokaffee bereitgestellt hatte. Übrigens: Die Murauer Hütte ist eine wirklich gute Hütte.

Ich trank meinen Kaffee, es wurde 05:30 Uhr und ich machte mich auf den Weg. Von der Hütte ging es, der ehemaligen Lifttrasse folgend, aufwärts. Bald erreichte ich die Käsereihütte. Danach führte mich der 09er-Weg rechts weg Richtung Abzweigung zur Frauenalpe. Ich folgte jedoch dem Originalweg und dieser brachte mich zur Troghütte. Der Weg bzw. Steig war in gutem Zustand und ließ sich moderat begehen. Ich wanderte also weiter bis zur Trogscharte, hatte bereits rund 400 Höhenmeter hinter mir und traf dort auf den Kärntner Grenzweg, der mich bis Flattnitz begleiten sollte. Diesen Weg kannte ich noch vom Südalpenweg 03.

Das Wetter war nahezu grandios. Es konnte wohl keine bessere Wetterlage für eine derart lange Etappe geben. Nach der Trogscharte ging es an der Turnhoferhütte vorbei in den Anstieg zur Ackerlhöhe. Das war mein erster 2000er an diesem Tag. Wie gesagt: Es waren zwar lange, aber moderate Anstiege.

Aus dem 09er-Weg wurde nun ein „Steigerl“. Auf schmaler Steigspur ging es lange aufwärts durch große Flächen, voll mit Heidelbeeren. Der Weg führte am Gipfel der Ackerlhöhe vorbei in das Gebiet der       Anderlbaueralm. Damit begann eine äußerst beeindruckende Höhenwanderung. Auf dieser               aussichtsreichen Kammwanderung ging es lange dahin.

Beim sogenannten Ursch hieß es wieder einige Höhenmeter verlieren, um gleich anschließend wieder auf rund 2.100 m bzw. 2.120 m zum Gipfel der Schwarmbrunnhöhe anzusteigen.

Vom Gipfel der Schwarmbrunnhöhe ging es kurz und knackig hinunter ins Teringerloch und sofort wieder richtig steil hinauf auf die Prankerthöhe. Am Gipfel der Prankerthöhe gab es eine kurze Pause – die hatte ich mir redlich verdient. Das Gipfelpanorama war gewaltig.

Dem folgenden Abstieg konnte ich allerdings nichts Gutes abgewinnen. Ziemlich weglos ging es lange    einem Zaun entlang, über schwer begehbare Almenwiesen. Das Gehen auf den weichen Almenmatten wurde oft zu einem Stolpern und Torkeln. Diese Unwegsamkeit war ein weiterer Beleg dafür, dass der Salzsteigweg 09 nicht häufig begangen wird.

So tastete ich mich an der Schwarzlacke vorbei, durchquerte die Senger- und Tiefböden. Auf       welcher Seite des Zaunes zu gehen ist, war oft unklar. Lange, lange ging es langsam dahin, am Stegereck vorbei. Der Weg verlor bis zur Stegerhütte einige hundert Höhenmeter.

Wurde auch Zeit – ich musste ja auch einmal runter. Aber das mit dem „Runterkommen“ zog sich noch lange hin.

Nach der Stegerhütte folgte der 09er-Weg dem Paalbach. Die Wege entlang des Baches waren völlig verwachsen und schwierig zu begehen. Es war überhaupt eine etwas eigenartige Wegführung: Einerseits holt man die Wanderer viele Kilometer vor Flattnitz ins Tal, andererseits erreicht man Flattnitz erst nach einer langen Passage über Forstwege und teilweise stark befahrenen Asphaltstraße.

Es machte keinen Spaß mehr, nach über 30 Kilometern auf Asphalt in Flattnitz anzukommen. Die      Länge der Etappe und die Überschreitung mehrerer 2000er sind eigentlich Herausforderung genug – da müsste man die Wanderer nicht zusätzlich noch in Tallagen herumführen. Für mich stellt sich die Frage ob es wirklich keine andere Möglichkeit gibt den Salzsteigweg 09 nach Flattnitz zu holen.

Im Gasthaus Ladinig wurde ich gut empfangen. Ich tauschte meine „geernteten“ Pilze gegen ein     Weizenbier ein – ein fairer Deal. Dann bezog ich mein Zimmer. Nach dem Duschen gab es ein leckeres Schnitzel – also wieder alles gut.

Morgen geht es auf die Turracher Höhe und damit werde ich diese Wanderwoche am Salzsteigweg 09 beenden. Im September 2026 gehe ich dann die restlichen paar Etappen.