40. Tag 8. August 2017 – Viel gesprochen und kein Wort verstanden!

Appalachian Trail

Etappe: Partnership Shelter – Atkins – 11,2Mi / 18Km

Der Regen hörte auch in der Nacht nicht auf. Erst gegen 06:00Uhr trat Stille ein. Also nichts wie los das Regenfenster nützen! Die Regenkleidung war noch feucht vom Vortag, aus einem Plastiksack habe ich mir eine provisorische Regenhülle gebastelt das mußte vorweg reichen. Zum Trail sei nur gesagt, alles naß, schlammig, viele Felsen und Wurzeln, also Vorsicht!

Ich benötigte 5 Stunden für die 11Meilen, dann war ich in Atkins! Sah mehr aus wie eine große Autobahnstation, nicht wie eine Stadt, es führt einer der großen US-Highways vorbei. Beim einzigen großen Store schaute ich gleich ob es passendes Gas gab leider Nein, d.h. ich muß mir eine Fahrgelegenheit zur Stadt Marian organisieren. Im Relax Inn bekam ich um $ 45.- ein Zimmer. Der erste Anruf galt meiner Frau und versetzte mir einen Schock! Sie war vor 3 Tagen beim Arbeiten von einem Stuhl gefallen und hatte sich dabei beide Arme gebrochen. Sie tat mir unendlich leid! Andererseits wenn ich zu hause gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich auch nicht verhindern können. Mein Sohn, mit dem ich anschließend telefonierte, hat seinen Urlaub abgebrochen und betreut das Haus und die Katzen. Eine etwas beschienene Situation. Aber es ist leider so!

 

Dann wurde die Wäscherei belegt. Alles in die Waschmaschine und in den Trockner, selbst den Rucksack. Gegen Abend werde ich auch die Schuhe in den Trockner geben. Jetzt beginnt wieder die Warterei! Es dauert bis alles fertig gewaschen und getrocknet ist. Ich fühle mich echt beschissen meine Frau im Krankenhaus. Es dauerte und dauerte bis die Wäsche fertig war. Jetzt galt es noch die Frau an der Rezeption zu überzeugen, dass sie mir eine Fahrgelegenheit nach Marion organisiert! Ich benötigte unbedingt Gas für meinen Kocher. Die gute Frau telefonierte und sagte mir dann, dass mich in ca. einer halben Stunde jemand abholen würde. Paßte gut! Ich ging noch schnell zum Tankstellenshop, kaufte Cola, Subs, Chips und Süßes! Kaum wieder zurück, fuhr eine echte Rostlaube von einem Pick-Up vor, gesteuert von einem verwegen aussehenden Mann, daneben seine nicht minder zum Fürchten aussehende Frau! You need a ride to Marion? Das war das Letzte war ich verstanden habe. Die Beiden sprachen einen Dialekt, der weitere Kommunikation de facto unmöglich machte. Ich stieg also ins Auto, zeigte die Gasflasche und dann ging es los. Während der Fahrt ging mehrmals die Fahrertür auf, der Motor lärmte und das Lenkrad hatte auch einiges Spiel. So fuhren wir in der Stadt Marion umher, auf der Suche nach der passenden Gasflasche. Die letzte Chance sah ich noch beim Walmart die haben meist eine große Camping und Freizeitabteilung. Der verwegene Fahrer brachte mich dann zum Walmart in Marion und wir verabredeten, dass er mich in 30Minuten wieder abholt.

Mir fiel ein großer Stein vom Herzen, hier fand ich die passende Gasflasche. 2 große Flaschen habe ich mitgenommen. Auch die anderen, noch fehlenden Sachen zB Kakao, Tortillas, Fisch usw. konnte ich noch besorgen. Dann wartete ich vor dem Walmart wieder auf die Rückfahrt. Nach 1,5 Stunden Warterei war mir klar, der Typ hat mich versetzt! Super! 5Meilen waren es zurück zum Quartier! Aber unverhofft kommt oft, da war ein Taxi. Und kaum gibst du dem Fahrer $25.- bringt er dich zum Relax Inn! Ich war trotzdem sauer! Viel Zeit mit Warten vergeudet! Meinen Ärger spülte ich mit 2 großen Bieren runter. Dann packte ich den Rucksack fertig, stellte den Wecker und ging Schlafen.