28. Tag 27. Juli 2017 – Wenn aus dem A.T. ein Bach wird

Appalachian Trail

Etappe: Erwin-/Hostel – Cherry Gap Shelter – 17,1Mi /27,4Km

Gestern ging ich erst spät schlafen. Ich mußte warten bis die Wäsche fertig war und dann wieder alles im Rucksack verstauen! Der ist nach jedem Auffrischen der Lebensmittel etwas schwerer als sonst geschätzte 16,5Kg, normal 15Kg. Besonders die Snacks fallen dabei ins Gewicht! Aber die sind notwendig um kalorienmäßig durch den Tag zu kommen. Trotzdem stand ich um 05:15 Uhr auf. Zum Frühstück gab es 2 Sandwiches und eine Pepsi. Um 06:45 Uhr ging es dann wieder weiter.

 

Zuerst den Nolichucky River entlang und dann wieder ab in luftige Höhen. Mit dem Mount Unaka stand wieder ein Berg so um die 1.400m am Programm. Kurz vor dem Curley Marple Gap Shelter folgte ein mörderisches Steilstück. Vom Wetter her war heute wieder ein Waschtag! War um 05:00 Uhr der Himmel noch sternenklar, zog es eine halbe Stunde später völlig zu und um 09:00 Uhr begann es dann auch zu regnen. Vorerst relativ leicht! Beim Aufstieg auf den Mount Unaka wurde der Regen dann intensiver und ich mußte meine Regenkleidung anlegen. High-Tec, die Jacke von Mammut, die Hose von Salewa. Die beiden Teile haben gut € 400.- gekostet, sind es aber auch wert. Hoch atmungsaktiv und absolut na ja fast absolut Wind und Wasser abweisend.

 

So kam ich relativ trocken durch den Nachmittag! Relativ deshalb, da die Schuhe mit der Zeit zwar nicht naß, aber trotzdem feucht wurden. Unterwegs begegnete mir nur ein Kollege aus dem Hostel, der machte slack-packing, also Kindergarten-Wandern; dh er hat sich zu einem Gap bringen lassen und geht ohne Rucksack zurück zum Hostel in Erwin. Ich habe dies noch nie gemacht, da ich der Meinung bin, dies ist doch ein bißchen schummeln! Durch den Regen verwandelte sich der Trail in einen kleinen Bach. Nur mehr die Ränder waren begehbar. Gegen 16:30 Uhr erreichte ich den Shelter, machte mein Set-up und begann zu kochen. Ich war stolz, dass ich trotz Sau-Wetter 17Meilen geschafft hatte.

 

Doch was jetzt folgte ließ den Regen untertags wie einen Kindergeburtstag erscheinen! Es begann wieder heftig zu schütten, es war wie wenn eine Wasserwand vor dir steht! Aus dem trockenen Shelter heraus, eine starke Beobachtung! Dieser massive Starkregen dauerte gut 30Minuten. Wenn du da noch draußen bist, schwemmt es dich aus den Schuhen! A-pro-pos draußen sein! Mein junger Wanderkollege John wollte ja auch heute wieder los. Ich hoffe er konnte diesen Regen irgendwie überstehen! Aber es ist besser es schüttet sich heute ordentlich aus als morgen. Denn da wartet mit dem Mount Roan wieder ein Berg jenseits der 6000ff /1800

Zum abendlichen Prozedere gehört auch stets das Trinkwasser aufbereiten für den  nächsten Tag; dh. das Wasser zumindest mechanisch filtern. Chemische Reinigung war bisher nicht notwendig. Das einzig Gute an diesem feuchten Wetter ist, dass es genug Trinkwasser gibt. Zum Start 1L im Trinksystem reicht zur zeit völlig! Wirkt sich äußerst positiv auf das Rucksackgewicht aus!

Appalachian Trail