23. Tag am Rupertiweg-E 10 – 10. 09. 2020 Von der Reißeckhütte nach Spittal a.d. Drau

Rupertiweg

Etappe: Reißeckhütte-Roßalmscharte-Bahnhof Spittal a.d. Drau – Gehzeit ca. 9 Stunden-28Km-WegNr 510

Die Reißeckhütte liegt momentan inmitten einer riesigen Baustelle. Es wird die Außenhülle der Staumauer erneuert. Riesige Kräne und alle Arten von Baumaschinen, Gerüsten und sonstigen Arbeitsmaschinen finden sich rund um die Hütte. Die Hüttenwirtin erklärte mir, dass dies die Überlebensgarantie für die Reißeckhütte sei. Seit der Stilllegung der Reißeckbahn sind die Wanderer rar geworden. So rar, dass es für einen rentablen Betrieb der Hütte fast nicht mehr reicht.

Da die Arbeiter verpflegt werden, Frühstück, Mittagessen, Abendgeschäft, ist die Grundlage für den Weiterbestand, zumindest für die nächsten paar Jahre, der Hütte gelegt. Solange wird es noch dauern, bis die Staumauern beider Speicherseen restauriert sind.

Pünktlich wie die sprichwörtlichen Maurer, starteten die Arbeiter die Baumaschinen, noch vor 07:00 Uhr. Damit hatte sich das etwas länger schlafen für mich erledigt. So packte ich meine Sachen, vergönnte mir noch ein Frühstück und begann um ca. 07:30 Uhr den Aufstieg zur kleinen Roßalmscharte. Etwas eigenartig ist es schon, wenn man den Abstieg mit einem durchaus anstrengenden Aufstieg beginnt. Die vom Wegweiser ausgewiesene Zeit konnte ich wiederum nicht einhalten, aber nach ca. 01:45 Stunden war es geschafft. Wie war der Untergrund? Nichts Neues, natürlich Blockgestein!

 

Das Wetter war noch gut, obwohl vereinzelt die Wolken tief hingen. Nach einer kurzen Pause ging es dann wirklich talwärts, hinein in den Hinteregggraben, der sich lange, lange hinzog. Ich dachte mir schon, dass ich nie von diesem Berg runter komme. So ging es dahin, auf einem relativ guten Weg, vorbei an der Roß– und der Ruppalm, bis zur Kohlmaier Hütte. Ab der Kohlmaier Hütte bestimmten lokale Zufahrtswege meinen Wanderweg. 

Bis zum Rojachhof konnte ich den Weg noch halten, nachher ging er mir total verloren. Ich fand keine Markierungen oder sonstigen Hinweise mehr. So wanderte ich die letzten 9 Kilometer bis zum Bahnhof in Spittal a.d. Drau auf asphaltierten Wegen. 9 Stunden dauerte mein Abstieg von der Reißeckhütte. Um 17:00 Uhr hatte ich die nächste Zugverbindung nach Ried i.I. Für heuer war das wahrscheinlich meine letzte Wanderung am E 10/Rupertiweg. Aber, man soll niemals nie sagen! Immerhin habe ich heuer die Strecke von Rauris nach Spittal a.d. Drau geschafft. Es waren Erlebnisse der Sonderklasse. Das Finale folgt, so Corona will, 2021.