19. Tag am Nord-Süd-Weitwanderweg 05 16. September 2021 – Und zu guter Letzt kam noch die Mugel

Etappe: Trofaiach – Leoben – Schmollhubn– Mugel—reine Gehzeit 07:04 Stunden für 28,5Km, 1784Höhenmeter im Anstieg, 822Höhenmeter im Abstieg,  WegNr 605, 505

Das erste Mal wachte ich um 04:00Uhr auf, ein gewaltiger Blitz und mächtiges Donnergrollen beendeten meinen Schlaf. Super dachte ich mir, tolle Voraussetzungen für eine lange Tagesetappe. Ich döste dann noch bis 05:30Uhr vor mich hin und siehe da, das Gewitter hatte sich verzogen. Grau und nebelig präsentierte sich Trofaiach und Umgebung. Egal! Ich machte Frühstück, packte meinen Rucksack, dann rein in die Regenkleidung und los ging es.

Ich fand schnell wieder auf den 05er Weg zurück und es ging auf asphaltiertem Güterweg Richtung der Ortschaft Gausendorf. Die kleine Ansiedlung wird durchquert, der Güterweg brachte mich dann zur Straße nach Glarsdorf. Diese wird überquert und ich erreichte den Veitschwald. Auf moderaten Wald und Feldwegen wird der Wald durchquert und so kam ich schließlich zum oberen Ende des Trabocher See. Hier gilt es dann gut aufzupassen! Es geht zuerst ein kurzes Stück nach rechts die Hauptstraße Richtung Traboch entlang, nach ca. 150 bis 200m  geht es dann auf der anderen Straßenseite nach links eine Zufahrtsstraße hoch und um dann gleich wieder in die erste Zufahrtsstraße nach rechts einzubiegen.

Am Ende dieser Zufahrtsstraße geht es gerade und steil durch den Wald aufwärts. Der Anstieg endet am sogenannten Schafberg, ein Bankerl bei einem Bildstock war gerade recht für eine Rast. Ich muß mal wieder über Markierungen sprechen. OK—machen wir es kurz, die waren schon mal häufiger und besser! Also wie gehabt—gut auf die Markierungen achten und zusätzliches Kartenmaterial mitführen.  Also, der Aufstieg auf den Schafberg war nicht ohne, aber dann hatte ich für die nächsten Kilometer meine Reisehöhe erreicht. Es ging ganz moderat auf einem Güterweg weiter. Vorbei am Ettinger Gehöft, der Bartelbauer wird passiert und das ehemalige Gasthaus Schollinger erreicht. Weiter geht es zum Rappolt Anwesen und zum Bauer auf der Höh.

 

Wie gesagt, alles auf sehr moderat begehbaren Feld und Wiesenwegen. Beim Bauer auf der Höh hatte ich kurz Irritationen. Hier stimmte offensichtlich meine Karte mit der tatsächlichen Wegführung nicht überein.

Laut Karte sollte ich zuerst über ein Privatgrundstück eines neu gebauten Hauses gehen um dann eine Wiese querend, wieder in den Wald zu kommen. Tatsächlich dürfte der Weg weiter oben am Waldrand entlang gehen; dh man braucht gar nicht zum Anwesen vom Bauer in der Höh abzusteigen. Irgendwie gelangte ich dann doch noch auf den original 05er Weg, der mich nach Leoben führte. Eine Anmerkung noch. Am Ende des Weges findet sich eine Tafel, welche auf eine NSWW 05 Kontrollstelle hinweist. 150m links, Gasthaus sowieso steht darauf zu lesen. Dieses Gasthaus gibt es schon lange nicht mehr, es findet sich dort eine Dönerbude und der Dönerwirt hatte keine Ahnung was ich wollte. Man sollte diese Tafel entfernen!

So machte ich mich auf ins Leobener Rathaus, Stempel muß sein! Die Damen vom Bürgerservice waren sehr bemüht, mußten aber erst einen Kollegen erreichen, der den Stempel hatte, frei gab, keine Ahnung! Es dauerte ca. 20Minuten bis ich dann doch von  einer Mitarbeiterin des Bürgerservicebüros einen Stempel bekam. Vielen Dank ihr Frauen!

Am Hauptplatz von Leoben stärkte ich mich für den Aufstieg auf die Mugel, dem Leobener Hausberg. Wie ich später feststellte, war dies auch dringend erforderlich. Mit etwas Glück fand ich auch den Einstieg in den Aufstieg. Es fing auf alle Fälle sofort ganz ordentlich zu steigen an. Das Prinzip ist ganz einfach. Forststraße—Querung—Forststraße—Querung—Forststraße—Querung. Es sind aber genau diese „Abschneider“ welche den Aufstieg mühsam machen. Der Weg war naß, viele rutschige Felsen, teilweise zugewachsen.

So ging es unter Einsatz meiner „letzten Körner“ langsam aufwärts. Bisher war dies ja alles nur Zustieg zur Mugel, den der eigentliche Aufstieg begann erst nach der Gstadtmoaralm. Hier stellte sich die Mugel mit nochmals 400Höhenmeter steil vor mir auf. Ach ja, Spitz Christi ist ein cooler Name für einen Stein an einer Wegkreuzung. Also, nach der Gstadtmoar Alm, mit schon ziemlich schweren Füßen, warteten die letzten 400Höhenmeter auf mich.

Alles wie gehabt! Abschneider—Forststraße—Abschneider. Schmaler, naßer, zugewachsener Steig. So kam ich auf das Plateau der Mugel, mußte dieses noch ein kurzes Stück queren und dann war es da, das J. Hans Prosl Haus.

Ich war wirklich froh, dass diese Anstrengung ein Ende hatte. Eines ist klar, es gibt keine Geschenke beim Mugelaufstieg. Der Hüttenwirt war überrascht als er mich sah, konnte sich aber dann doch an meine Reservierung erinnern. Ich war der einzige Gast für heute, daher war er ganz froh darüber, dass ich keine Essen benötigte. Das Zimmer war gut, Duschen war besser, ich bekam noch etwas zu trinken und dann verabschiedeten sich die Wirtsleute. Jetzt ist es 20:30Uhr und ich sitze schon mindestens 2 Stunden alleine in der Gaststube! Nicht vergessen—ich muß das Licht abdrehen!

Was heute super war, war das Wetter. Hatte es mit Blitz und Donner begonnen, so war es den ganzen Tag über stabil. Es war bewölkt, windstill, etwas kühl, bestes Wanderwetter. Erst kurz nach Erreichen des Schutzhauses fing es leicht zu regnen an. Dieses Wetter wäre auch für morgen wünschenswert.