18. Tag 2. August 2016 – Gehen und Klettern mit allen Sinnen

Appalachian Trail

Tagesetappe: Ethan Pond Shelter – Mizpah Spring Hut – 9,3Mi

Die Nacht war teilweise noch regnerisch. Der Hund eines Wanderers bellte die ganze Nacht, wobei es nicht klar war ob es nicht ein streunender Hund war. Jedenfalls war es unheimlich! Die Nächte sind durchwegs in diesen Höhenlagen kühl,  ich ziehe immer alles an Kleidung an, dann geht es sich ohne frieren aus. Zum Frühstück gab es diesmal Tee! Welche Schande für den CoffeeMaker!

Es ist immer ein Genuß früh am Morgen in die feuchten, klammen, stinkenden Sachen zu steigen. Besonders die Schuhe und Socken waren noch naß. Aber was soll`s, es geht ja! Um 07:00 Uhr ging es dann wieder los. Noch ein paar Meilen runter zur Crawford Notch und dann begann der Einstieg in die Presidential Range. Es ging wieder ganz mächtig nach oben. Der Mt. Webster ging noch,  also wie üblich halt! Aber der Mt. Jackson, als höchster Berg der heutigen Etappe, erforderte über weite Strecken klettern und freie Hände.

Also diesmal Gehen und Klettern mit allen Sinnen! Beim Zusammenschieben der Stöcke ging dann noch ein Stock kaputt, er hielt nicht mehr. Ich konnte ihn zwar notdürftig reparieren, werde mit aber beim nächsten Outfitter neue Stöcke besorgen müssen. Auf den Hütten gäbe  es zwar auch Stöcke zu kaufen Kostenpunkt $ 100! Ganz einfach zu teuer! Nach 7 Stunden Aufstieg erreichte ich die Mizpah-Spring-Hut mein Ziel für den heutigen Tag. Ich mußte, eigentlich wollte ich mir auch einmal eine derartige Hütte geben. Kosten für eine Nächtigung $ 127.-. Dafür bekommst du einen Platz im Stockbett eines Zimmers für 8 Personen und ein Abendessen! Die Hütte ist zum Brechen voll! Das nennt man wohl eine Goldgrube.

 

 Die Mizpah-Spring-Hut ist 6Mi vom Mt. Washington entfernt. Eine gute Ausgangsbasis für Morgen. Dann geht es zum Gipfel des Mt. Washington, 10Mi die Presidential Range entlang bis zur Madison Spring Hut. Dann noch einen Tag zur Pinkham Notch und man kann sagen, die White Mountains sind gegangen! Nicht nur mein Trekkingstock ging kaputt, auch das Gehäuse der Kamera hatte einen Sprung. Aber die Kamera funktioniert noch. So wird aus der Action-Cam wieder eine Pocket-Cam. Ich hoffe meine Sachen, vor allem die Schuhe, werden wieder einigermaßen trocken. Duschmöglichkeit gibt es zwar keine in der Hütte, aber mit dem Waschhandschuh im Handwaschbecken ließ sich zumindest der schon etwas starke Körpergeruch beseitigen. So jetzt lasse ich mich überraschen vom Abendessen. Morgen gibt es noch Frühstück und dann wird der Mt. Washington bezwungen. Übrigens die Presidential Range heißt so, da die Gipfel dort alle nach ehemaligen US-Präsidenten benannt sind.