18. Tag –Starkregen und Eierschwammerl

Appalachian Trail

Streckenabschnitt: Ensign Cowall Shelter – Deer Lick Shelter / 15Mi

Relativ spät aufgestanden, erst gegen 06:15 Uhr. Die Kollegen schlafen noch. Ich setze Kaffeewasser auf und brühe einen Topf Kaffee auf. Das weckt auch die Anderen. Einer der guy´s er heißt Joshua ist wie ich leidenschaftlicher Kaffeetrinker und wir schlürfen zu zweit den Topf Kaffee leer. Dann wieder Klotz packen und weiter geht´s! Obwohl es gestern lange geregnet hat ist es gleich wieder drückend schwül. Der Trail ist nach wie vor durchaus über längere Strecken sehr felsig, verläuft aber in den An- und Abstiegen moderat. So läuft der Vormittag gut dahin und am frühen Nachmittag passiere ich die Mason-Dixie-Line!

Exkurs:
Die Mason – Dixie – Line – benannt nach dem Astronomen Charles Mason und dem Geometer Jeremiah Dixon bildet die Grenze zwischen den Nord– und den Südstaaten der USA. Sie wurde 1763 und 1767 vermessen und ist die bis heute gültige Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland.

 

Damit habe ich auch den Bundesstaat Pennsylvania erreicht. Im Wald bekommst du kaum mit, wie sich das Wetter entwickelt. Kurz vor dem Pen Mar County Park beginnt es zu regnen! Das anfänglich noch leichte Nieseln entwickelt sich zu einem Starkregen! Glück gehabt! Ich erreiche gerade einen überdachten Picknick-Shelter! Der Schwerregen dauert ca. 1 Stunde. In der Nähe des Parks ist die kleine Stadt Cascade dorthin will ich um einige Sachen zu kaufen. Mir sind zB meine kalorienreichen Snacks ausgegangen. Gegen $ 15 bringt mich ein älterer sehr lustiger Amerikaner dorthin, wartet auf mich und fährt mich wieder zurück zum Trail. Im Geschäft treffe ich Branon und seinen Freund,  die Beiden nehmen wir auch mit zurück zum Trail. Dann geht`s wieder weiter  noch 5 Meilen zum Shelter. Der Boden ist nass, die Felsen glitschig! Kaum losgegangen fängt es wieder an zu regnen. Ich werfe den Poncho über gerade rechtzeitig bevor es wieder voll zu schütten beginnt. Das mit dem Regenponcho war eine geniale Idee! Gut eingepackt geht es im strömenden Dauerregen noch 2 Stunden weiter. Der Trail verwandelt sich in einen Bach begehbar nur mehr an den Seitenrändern. Dann sind sie da, jede Menge Eierschwammerl. Ich beginne im Starkregen die Schwammerl zu pflücken, beiderseits des Trails, schöne, gute Eierschwammerl.

 

Dann erreiche ich den Shelter! Trotz Regenponcho sind viele meiner Sachen zumindest feucht, aufhängen hilft auch nicht wegen der hohen Luftfeuchtigkeit! Wir kochen wieder Kaffee, dazu gibt´s Kekse von Branon. Dann wasche und schneide ich die Schwammerl den heute gibt es Beef Stroganov aufgepeppt mit Eierschwammerl. Die anderen haben auch erkannt, dass dies eine gute Sache ist und geben in ihre Mahlzeiten ebenfalls Eierschwammerl. Zu guter Letzt heißt es wieder Geschirr abwaschen, die Naturdusche entfällt heute. Ich hoffe morgen auf besseres Wetter obwohl es schon cool war im Regen zu gehen! Ob die Schuhe bis morgen trocknen? Ich glaube nicht, gute Nacht!

Appalachian Trail