18. Tag 17. Juli 2017 – von coolen und anderen Wanderern

Appalachian Trail

Etappe: Silers Bald Shelter – Icewater Spring Shelter – 15,5Mi / 25Km

Schlafen war lange und genug! Daher war ich bereits um 07:15 Uhr auf den Trail. 4Mi zum berühmten Clingmans Dome! Da wenige Höhenmeter zu überwinden waren, ca. 300m hielt sich die Anstrengung in Grenzen! Viel schlimmer war wieder dieser schlammige, rutschige Untergrund. Auch war der Trail wieder sehr schmal und mit nassem Gras  überwachsen. Aber egal, um 10:00 Uhr war ich am Gipfel der höchsten Erhebung am gesamten Appalachian Trail, immerhin ist der Clingmans Dome 2.025m hoch. Der Wahnsinn ist, dass selbst Berge mit dieser Höhe völlig bewachsen sind und dass es eines Turmes bedarf um ein Panorama zu haben.

 

Wenn du bei uns auf einen 2-Tausender stehst, sieht man fast bis zum Mittelmeer. Natürlich gibt es auch eine Strasse zum Clingsmans Dome, sodass ganze Horden von Tagesausflüglern unterwegs waren. Ich hielt meinen Aufenthalt kurz und ging weiter. Den nächsten Shelter überging ich, da es erst 12:00 Uhr war und 7,5 Meilen für den Nachmittag schon noch gingen. Der Wald hat sich verändert. Nadelbäume dicht an dicht stehend ergaben eine wirklich angenehme Atmosphäre. So ging es locker durch den Nachmittag.

 

Am Newfound Gap legte ich eine längere Pause ein – hier führt eine US-Hauptstrasse vorbei. Aufgrund meines Outfits war ich schnell Ziel vieler Fragen. Ja, sogar Fotos wurden mit mir gemacht! Dann ging es die letzten 3 Meilen rauf zum Shelter. Der ebenfalls fast auf 2.000m lag. Es war erst 16:00 Uhr und viele Menschen waren bereits da. Ich belegte schnell einen guten Shelterplatz immer oben im Stockbett. Dann wie immer set-up, Wasser holen, kochen usw. Schließlich war nicht nur der Shelter voll, es standen auch rundum Zelte! Die verschiedenen Menschentypen wären eine ideale Gruppe für eine Sozialstudie! Also da wären:

 

Väter mit ihren heranwachsenden Teenagern, die coolen Wanderer welche bereits vor Jahren schon alle langen US-Trails gegangen sind, jedoch erhebliche Schwierigkeiten beim Aufbau ihres Tarp-tents haben, weil dieses für den PCT (Pacific-Crest-Trail) und nicht für den Appalachian Trail konstruiert wurde, weiters die Katalog-Wanderer bei denen paßt alles beim Outfit, die Gamaschen sind farblich abgestimmt mit dem Stirnband, dann die Profiwanderer, deren Leben besteht nur aus Gehen, unschlagbar was Auskünfte über Ausrüstung, Essen, beste Trails usw. angeht, natürlich die Helden- die Krieger – erkennbar an nacktem Oberkörper, ehemals durchtrainierten Körper und meist mit einem großen Messer bewaffnet und last but not least die mother-fucker-hiker – die über-drüber-lustigen, laut, schrill, komisch, abgedreht.

 

Meine Beschreibung ist nicht sarkastisch, all diese Typen haben sich hier am Shelter eingefunden. Gesprächsthema war natürlich Wandern! Ich war richtig froh, dass die Kollegen so schnell sprachen, dass ich fast nicht verstand. Beim Studium meines Guide habe ich ein Hostel direkt am Appalachian Trail entdeckt. Dies wird vor allen Dingen der Auffüllung meiner Lebensmittel gut tun. Wenn es ein nettes Hostel ist, bleibe ich eine Nacht. Ich werde in 2 Tagen an der Green Corner Road und damit beim Hostel sein.