Etappe: Ebensee—Feuerkogel—Rieder Hütte, reine Gehzeit 05:16Stunden, für 11,5Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 1545, Höhenmeter im Abstieg 183, Wegnummer 04, 406
Das Ende des Voralpenweges 04 war in Sicht. Zwei Etappen fehlten mir noch, und die wollte ich im Juli 2026 noch abschließen. So stieg ich am 9. Juli 2026 gegen 10 Uhr beim Landungsplatz in Ebensee aus dem Zug. Mein Ziel war es, zuerst den Feuerkogel zu besteigen und anschließend auf der Rieder Hütte zu nächtigen. Als langjähriges Mitglied des AV Ried war das natürlich fast schon Pflicht.
Im Tourismusbüro in Ebensee holte ich mir noch einen Stempel, dann ging es hinauf auf den Ebenseer Kalvarienberg. Unzählige Stufen führten mich zur Kalvarienkapelle. Der anschließende Waldsteig schien gefühlt überhaupt kein Ende zu nehmen. Zahlreiche Serpentinen brachten mich auf steilem Weg stetig bergauf. In regelmäßigen Abständen informierten Wegschilder über die bereits zurückgelegten Höhenmeter.
Generell war der Aufstieg durchaus fordernd. Knapp 1.500 Höhenmeter auf rund sechs Kilometern verhießen einen steilen Anstieg. Die Steige beziehungsweise Wege waren vom Regen des Vortages noch nass. Ich musste konzentriert gehen. Wenn es richtig nass ist, möchte ich diesen Weg nicht unbedingt begehen. Besonders die lange Querung des Wimmerberges zog sich ordentlich dahin. So kämpfte ich mich schließlich zum Gipfel des Feuerkogels hinauf.
Beim Rastplatz „Hohe Rast“ hatte ich die 1.000-Höhenmeter-Marke geknackt. Danach ging es wieder zurück in den Wald. Eine Forststraße wurde mehrmals gequert, dann erreichte ich den Feuerkogel. Beim Feuerkogelhaus gönnte ich mir eine kleine Pause und holte meinen Stempel. Ich war gut in der Zeit. Die angegebenen drei Stunden passten recht gut.
Weiter ging es Richtung Rieder Hütte. Zwei Stunden Gehzeit waren ausgeschildert. Der Weg führte zunächst an einigen Hütten und Häusern vorbei. Ich passierte den Heumahdgupf und bog schließlich auf den F.-Haas-Weg ein, der mich in das Edltal brachte.
Jetzt ist es angebracht, auf die Beschaffenheit des Weges etwas näher einzugehen. Blockgestein, loses Geröll, Wurzeln sowie schmale, teilweise ausgesetzte Passagen erforderten Gehen mit allen Sinnen. Ich konnte die Strecke vom Feuerkogel zur Rieder Hütte nicht so richtig genießen. Der Weg verlangte meine volle Aufmerksamkeit. Ein richtiges „Knöchelbrecher-Gelände“.
Auch landschaftlich gab das beginnende Plateau des Höllengebirges nicht allzu viel her. Große Latschenfelder bedeckten die Hänge und Kare. Nein – mein Lieblingsabschnitt des Voralpenweges 04 wird das Höllengebirge ganz sicher nicht.
Jetzt war mir auch klar, warum der Wanderführer für die 19 Kilometer lange Etappe von der Rieder Hütte zum Hochleckenhaus zehn Stunden Gehzeit vorsieht. Aber jetzt genug gejammert! Es ging lange Zeit stetig auf und ab. Weit und breit kein Hinweis auf die Rieder Hütte. Hoffentlich kein Fake! Erst beim Totengrabengupf fand ich den ersten Wegweiser zur Rieder Hütte. Hier bog der 04er-Weg nach rechts ab. Doch noch immer war von der Hütte nichts zu sehen. Die ausgeschilderten zwei Stunden konnte ich jedenfalls nicht einhalten.
Aber alles hat einmal ein Ende – so auch der Weg zur Rieder Hütte. Vor der Hütte saß bereits eine Gruppe deutscher Wanderer und ließ sich das Rieder Bier schmecken. Ich bekam einen Platz im Matratzenlager. Danach gönnte auch ich mir ein Weizenbier – natürlich alkoholfrei. Es gab noch ein ausgezeichnetes Abendessen, und ich ging relativ früh schlafen. Morgen stand eine lange Etappe zum Hochleckenhaus auf dem Programm. Angesichts der schwierigen Weg Verhältnisse plante ich, spätestens um 6 Uhr aufzubrechen. Das funktionierte auch, da mir die freundlichen Leute der Rieder Hütte mit einem Thermofrühstück entgegenkamen. Vielen, vielen Dank!