17. Tag 27. Juli 2015 – Ein Missgeschick kommt selten allein!

Appalachian Trail

Etappe: Tom Leonard Shelter – Shaker Campsite – 11,2Mi

Der Tag fing gut und wie immer früh an. Um 07:00 Uhr war ich wieder am Trail unterwegs. Es ging wirklich gut dahin, bis mir ca. 1,5 Stunden später klar wurde, dass ich wiederum in die falsche Richtung,  also nach Süden ging. Ich hätte mich in den Ar….. beißen können! Ich hatte beim Weggehen vom Shelter nicht aufgepasst! Aber was soll´s! Kein Selbstmitleid, kein Sudern und schimpfen, selber schuld! Daher umkehren, 1,5 Stunden zurückgehen! Damit war klar, dass ich mein ursprüngliches Ziel, die Upper-Goose-Pond-Cabin heute nicht mehr erreichen werde; die war ja 20 Meilen weit entfernt und ich war um 09:00 Uhr genau wieder dort von wo ich um 07:00 Uhr losgegangen war.

 

Aber das sollte es an Missgeschicken für heute noch nicht gewesen sein! Ich hatte kein Wasser mehr und wartete sehnsüchtig darauf einen Bach zu kreuzen. Als es dann soweit war, musste ich noch eine eingestürzte Brücke überqueren, rutschte aus und fiel mit dem schweren Rucksack hin. Ich hatte aber noch Glück im Unglück, da ich nicht in den Bach fiel, sondern auf der Brücke irgendwie liegen blieb. Man hat keine Chance, wenn dich der schwere Rucksack aus dem Gleichgewicht bringt, dann fällst du! Ich krabbelte irgendwie hoch und stellte fest, dass Füße, Arme, Gelenke, Sehnen OK waren. Nur am linken Unterarm hatte ich mir ein relativ tiefes Cut zugezogen. Ich reinigte die Wunde und versorgte sie mit Verbandsmaterial. Es tat zum Glück nicht weh. 

 

Notgedrungen änderte ich nun mein Tagesziel. Die Shaker Campesite sollte es nun sein. Zu sagen wäre noch, dass es die Nacht über geregnet hatte und die Felsen und Wurzeln einfach arschglatt und rutschig waren. Daher war das Gehen alles andere als einfach! Beim Mt. Wilcox Shelter legte ich eine Kaffeepause ein und traf dort Luigi und Samara, das ist die Geherin aus Belgien. Die Beiden waren sehr erstaunt mich zu sehen, da ich ja heute Morgen wesentlich früher als sie aufgebrochen war. Nach einem guten Kaffee ging es dann in aller Ruhe zur Campsite. Ich ließ den Tag ruhig ausklingen, baute mir die Hängematte auf, trank noch einen Kaffee und kochte mein Abendessen. Einen Tag gebe ich mir den Trail noch dann gibt es wieder einen zero day – Ruhetag  dafür würde sich die kleine Stadt Dalton anbieten.