Etappe: St. Wolfgang—Mönichsee—Purtschellersteig—Schafberggipfel—Himmelspforte—Eisenau—Schwarzensee—St. Wolfgang, reine Gehzeit 09:35Stunden, für 29Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 1412, Höhenmeter im Abstieg 1410, Wegnummer 804, 25, 28
Da wir mit unserem Wohnmobil eine Woche in St. Wolfgang waren, lag es natürlich nahe, den Voralpenweg 04 weiterzuwandern und die Schafberg-Etappe zu gehen. Dazu musste ich die ursprüngliche Tour – Weißenbach am Attersee – Burgau am Attersee – Eisenaueralm – Schafberg – etwas abändern. Diese Änderungen führten dazu, dass meine Etappe die doppelte Länge bekam, aber die wesentlichen Punkte – Eisenaueralm und natürlich der Schafberg – blieben erhalten.
Bevor ich in meine Wanderung einsteige, noch zwei wichtige Aspekte: Erstens bestimmte eine beachtliche Hitzewelle schon die ganze Woche das Wettergeschehen – daher war ein früher Aufbruch ganz, ganz wichtig. Zweitens habe ich viele Jahre eine Selbstversorgerhütte auf der Simmerlalm am Schwarzensee als Hüttenwart betreut, daher war mir dieses Gebiet bestens bekannt.
Nun aber zurück zu meiner Wanderung. Um 05:15 Uhr war ich schon unterwegs. Ich nützte den lokalen Wanderweg mit der Nummer 25, um zum Mönichsee aufzusteigen. Direkt vom Campingplatz ging ich eine kleine Straße entlang, die mich zur Jausenstation beziehungsweise zum Gasthaus Aschinger brachte. Dort überquerte ich die Gleise der Zahnradbahn und es ging auf dem sogenannten Auerriesenweg stetig aufwärts. Es war allerdings ein moderates Gehen auf einer breiten Forststraße. Die Höhenmeter waren wirklich gut verteilt; insgesamt galt es, ausgehend von St. Wolfgang rund 1.200 Höhenmeter zu überwinden. In Summe waren es an diesem Tag ca. 1500Höhenmeter.
So passierte ich die Jagdhütte Auerriesen, gelangte nach einem kurzen Abstecher durch den Wald wieder auf den Auerriesenweg mit der Wegnummer 25 und erreichte nach etwa sechs Kilometern Aufstieg den Mönichsee. Ich bin diese Strecke ja schon mehrmals gegangen und wusste daher, dass nun auch der Einstieg in den sogenannten Purtschellersteig begann. Dieser verläuft zwischen Törlspitz, Spinnerin und Wetterloch. Der Steig quert einen lang gezogenen Felsabsturz, ist seilversichert und verlangt konzentriertes sowie trittsicheres Gehen und Steigen. Wenn man diese Voraussetzungen beherzigt, kann eigentlich nichts schiefgehen.
Ich verstaute daher meine Gehstöcke im Rucksack, zog mir die Handschuhe über und erkletterte den Purtschellersteig. Es ging alles gut und ich erreichte die Gleisanlage der Zahnradbahn, überquerte sie und war wieder am originalen 04er-Weg. Allerdings zog es sich noch ganz gewaltig bis zum Hotel Schafbergspitze beziehungsweise zur Himmelspforthütte.
Im Hotel Schafbergspitze bekam ich einen wirklich tollen Stempel und machte mich anschließend an den Abstieg durch die sogenannte Himmelspforte. Was der Purtschellersteig bergauf war, ist die Himmelspforte bergab – nämlich ein seilversicherter Klettersteig. Nachdem ich die seilversicherten Passagen gut bewältigt hatte, ging das Abstiegsdrama zur Eisenaueralm aber erst richtig los.
Nach einer schier endlosen Hangquerung des Schafbergabsturzes erreichte ich die Unterstandshütte am Suissensee. Der Steig war absolut schlecht zu gehen. Viel loses Geröll lag in der schmalen Steigspur, gleichzeitig spielte sich der Abstieg in steilem Gelände ab. Also war ein langsamer und vorsichtiger Abstieg angesagt. Das kostete natürlich viel Zeit. Ich hatte mir ja vorgenommen, gegen Mittag wieder in St. Wolfgang zu sein. Aber schon bald war klar, dass sich das nicht ausgehen würde. Zudem hatte ich wohl die Länge der Tour unterschätzt. Ich dachte, es würden etwa 22 Kilometer sein, tatsächlich waren es 29 Kilometer.
Zwischenzeitlich hatte sich der angekündigte heiße Sommertag voll realisiert. Aber ich war ja bereits im Abstieg und hatte die schattenlosen Pfade hinter mir. So erreichte ich schließlich die Eisenaueralm. Laut Wanderführer befindet sich hier ein Kontrollpunkt. Also schaute ich mich nach einem Stempel um. Die Buchberghütte war allerdings abgebrannt und befand sich im Wiederaufbau, die Kienberghütte hatte an diesem Tag Ruhetag. Ich versuchte mein Glück noch bei einer anderen Hütte, dort gab es jedoch grundsätzlich keinen Stempel. Also – ein stempelloses Almengebiet.
So ging ich ohne größere Unterbrechung weiter in Richtung Schwarzensee. Ich dachte, es wären nur rund vier bis fünf Kilometer. Irrtum! Rund zwei Stunden dauerte mein Weg auf dem Eisenauerweg. Bei der Kreuzung Moosalm – hier kann man auch Richtung Burgau abbiegen – sah ich dann auch das Sperrschild für die Burggrabenklamm.
Mein Weg führte mich allerdings, dem Moosbach folgend, an der Moosalm vorbei Richtung Schwarzensee. Dann erreichte ich endlich den See. Meinen See! Viele Jahre und viele schöne Zeiten verbrachten wir als Familie sowie mit Freunden und Bekannten auf der „Schwarzenseehütte“. Es war ein Ausflug in meine Vergangenheit. Alles gut! Die Gegenwart sagte mir allerdings, dass ein erfrischendes Bad im Schwarzensee wohl die beste Hitzeschlagprävention sei. Gedacht, getan! Es war wahrlich eine Wohltat, lange Zeit im Wasser zu sitzen.
Gut erholt ging ich dann zwischen den beiden Gasthäusern – Almstadl und Lore’s – den Sattelweg Richtung St. Wolfgang. Bevor es allerdings hinunterging, galt es noch einmal gut 100 Höhenmeter zum Sattel aufzusteigen. Danach verlief der Sattelweg mit der Wegnummer 28 an der Mauruskapelle vorbei. Ich erreichte die Jausenstation Holzerbauer und schließlich ging es nochmals richtig steil hinunter nach St. Wolfgang Markt.
So, das wär’s gewesen! Auch wenn ich die Route abgeändert habe, sind die wesentlichen Punkte geblieben. Angesichts der Tatsache, dass die Burggrabenklamm gesperrt ist, wird es ohnehin verschiedenste Routenführungen geben.
Es war ein heißer, fordernder Trip, den ich jedoch genoss, da er mich teilweise in meine Vergangenheit führte – an eine Zeit, an die ich wirklich gute Erinnerungen habe.