15. Tag 14. Juli 2017 – How I get a Permit? Eine schwierige Geburt!

Appalachian Trail

Etappe: Cable Gap Shelter – Fontana Hilton – 6,6Mi /10,5Km

Gestern kamen am späteren Abend auch noch die beiden jungen deutschen Wanderer. Dann war der kleine Shelter , erbaut 1934, aber wirklich voll! Offensichtlich waren große Fans von Game of Throns anwesend. Es entwickelte sich ein angeregtes Gespräch zwischen den Deutschen und den Amerikanern. Ich habe mir dann vor dem Schlafen gehen noch einen Husten-/Bronchialtee genehmigt um den Reizhusten im Liegen einigermaßen in den Griff zu bekommen.

 

Hat einigermaßen geholfen! 07:30 Uhr war wieder Trailtime! Beim Zusammenpacken fand ich die Brille des amerikanischen Gehers der mit seiner Tochter unterwegs war. Die Beiden waren gut 30Minuten vor mir weggegangen. Ich gab also Gas um sie einzuholen, was mir auch gelang! Die Freude war groß über die nachgebrachte Brille. Ich zog dann weiter und dachte mir ich könnte ja den Kollegen fragen ob er mich nach Fontana Village zum Generalstore bringt und mich dann wieder zum Shelter zurückfährt. Gesagt getan, beim Fontana Dam Visitor Center wartete ich auf die Beiden und er willigte ein! Nun wollte ich mir eine Genehmigung für den Great Smokey Mountains Nationalpark besorgen! Im Visitor Center traf ich 2 nette ältere Damen die mit meinem Anliegen völlig überfordert waren. Schließlich macht man dies alles über Internet! Als dann mein Wanderkollege vom Duschen kam, nahm er sich der Sache an, dh am PC war ein Formular auszufüllen und damit das Permit zu bestellen. Mein amerikanischer Kollege kam zwar besser voran mit dem Formular, die Bestellung klappte jedoch auch bei seinem Versuch nicht!

 

Dann kam so eine Art Notfall-Telefonnummer zum Einsatz. Mit wem ich telefonierte wußte ich nicht, ich gab meine Daten an, mußte eine genaue Tagesplanung angeben, versprach die Natur zu achten und zu schützen und bezahlte eine Gebühr von $40.-. Ach ja,  ich sollte mir das Permit ausdrucken! Lustig und wie bitte? So schrieb ich mir die Permitnummer auf, mußte vorerst genügen! So dieses Problem war gelöst, hat viel Zeit in Anspruch genommen! Dann wurde ich nach Fontana Village zum Generalstore gefahren, ergänzte dort meine Lebensmittel und anschließend ging es zurück zum Shelter! Das war ein perfekter Service! Meine Wanderkollegen hatten nicht übertrieben! Der Fontana-Hilton-Shelter war eine feine Hütte und tatsächlich mit einer Warmwasserdusche!

Im Shelter war schon ein junger Wanderer anwesend, er stellte sich mit Rockmen vor. Rockmen war gerade dabei 3 Pakete mit Lebensmittel und anderen nützlichen Sachen zu sortieren. Insgesamt gut und gern 10Kg! Er hatte seine Freunde ersucht ihm Essen zu schicken und dies hatte tatsächlich mehrere seiner Freunde gleichzeitig getan! Bin gespannt wie er all die Sachen in seinen Rucksack bringt! Ansonsten ist er ein ganz lustiger Zeitgenosse und wenn ich mich voll konzentriere dann verstehe ich ihn auch. Es fing dann wieder zu regnen an, ja es war ungefähr 15:00 Uhr.

 

Ich ging zwischenzeitlich duschen und nützte dann eine kleine Regenpause um nochmals zum Visitorcenter zu gehen. Dauert vom Shelter keine 10Minuten, kaum war ich beim Center kam der nächste Regenguss und der wieder ganz heftig! Der Shop hatte schon geschlossen, so setzte ich mich auf eine Bank und wartete auf die nächste Regenpause. Dann ging es wieder zurück zum Shelter. Die Gewitterwolken zogen weiter, es kam die Sonne wieder hervor, ein Regenbogen spannte sich über den Fontana – Stausee es wurde der schönste Abend. Verrücktes Wetter! Ich habe mir einen Gspritzten Wein gemacht! Darf ich jedoch nicht laut sagen, ist strengstens verboten! Morgen geht es ab in den Great Smokey Mountain Nationalpark es wartet ein langer, langer Anstieg über 1.000 Höhenmeter auf mich. Na ja, soll Schlimmeres geben.

Ich bin heute den 13. Tag unterwegs und müßte 195Mi am Konto haben; tatsächlich sind es 166Mi, ist aber auch nicht schlecht!

Der lustige Kerl mit Trailnamen Rockmen, der von seinen Freunden zuviel Lebensmittel bekommen hat, ist in Wahrheit obdachlos, hat jedoch einen Bruder der ihm regelmäßig Essen und etwas Geld schickt! Ansonsten zieht er planlos auf dem Appalachian Trail umher. Dies sagte er mir am Abend noch! Die Wahrheit einer Geschichte ist immer relativ!