14. Tag 24. Juli 2015 – Wassernot und Trailangels

Appalachian Trail

Etappe: Stewart Hollow Brook Shelter – Limestone Spring Shelter – 22,3Mi

Bin eigentlich schon um 05:15 Uhr munter, drehe mich aber nochmals zur Seite und schon ist es 06:30 Uhr. Jetzt aber rasch, ich habe ja eine lange Etappe vor mir! Um 08:00 Uhr bin ich dann am Trail, noch Wasser filtern und los. Anfangs geht es den Housatonic River entlang, aber schon nach kurzer Zeit hat mich der Appalachenwald und meine unzähligen Freunde, die Felsen, wieder. Es geht rauf und runter und der Vormittag geht rasch vorbei. Um 13:00 Uhr habe ich bereits über 10 Meilen geschafft. Aber das ist erst die halbe Miete für heute! Ich steuere einen Shelter an, der 21 Meilen entfernt liegt es ist der letzte Shelter in Connecticut, anschließend geht es ab nach Massachusetts.

 

Die Entfernungen zwischen den Sheltern sind auch etwas komisch! Da liegen manchmal 2 Shelter ziemlich nahe beisammen und dann gilt es wieder 20 Meilen und mehr zu überwinden um zum nächsten Shelter zu kommen! OK, ist eben so! Am Nachmittag komme ich in den Ort Lyme-Rock dort findet gerade ein Autorennen statt, daher werden die Wanderer umgeleitet. Viele Meilen geht es auf einer Straße dahin zum Gehen auch nicht besser als auf den Felsen! Dann geht mein Trinkwasser zu neige! Es ist wieder ein heißer Tag heute! Das Guidebook sagt mir, dass man beim Wasserkraftwerk in Lyme Rock Wasser aufnehmen kann na klar, wo  den sonst!

 Leider wird die alte Brücke zum Wasserkraftwerk gerade saniert, d.h. sie ist nicht mehr da und zwischen mir und dem Kraftwerk fließt der breite Housatonic-River. Also kein Wasser! Dann aber passiert es wieder Trail magic. Am Straßenrand steht ein großer Behälter mit Wasser und einem Schild vorne drauf Hiker help your self. Danke sehr ihr Trailangels! Diese Trailangels, 2 ältere Damen, sitzen nicht weit weg vom Behälter auf ihrer Terrasse und so kommen wir ins Gespräch. Eine der Damen spricht sogar gut Deutsch, sie kommt ursprünglich aus Frankfurt und lebt schon 30 Jahre in Kalifornien. Ich bedanke mich und setze mich wieder in Bewegung. Es waren noch 4 Meilen zu gehen und wie so oft, gibt es einen großen Berg zum Schluss den prospect rock! Ich sammle also meine letzten Körner und rauf auf den Berg. Kaum oben angekommen fängt es zu regnen an. Der Shelter ist jedoch nicht mehr weit, liegt aber ein ganzes Stück talwärts.

 

Ich schaffe es gerade rechtzeitig. Es folgt ein kurzer heftiger Sommerschauer, das war es dann aber auch wieder. Die Quelle und zwar eine richtige Quelle, ist ganz nah beim Shelter, der übrigens das Beste ist, was ich seit meinem Start gesehen habe. Alles da, WC, Bärbox, Wasser, usw. Also gab es an der Quelle eine Naturdusche und nach einigen Tagen auch einen Kleiderwechsel. Dann die übliche Shelterroutine. Zum Essen gibt es Tiriaki-Nudeln, dann Kaffee und poptarts. Jetzt ist es 21:15 Uhr, ich bin allein am Shelter, es ist vollkommen still und die Fire-Flys haben ihre Lichter angezündet. Morgen komme ich nach Massachusetts. Auch Connecticut ist somit gegangen.

Fazit: Die Rahmenbedingungen waren wesentlich besser als im Bundesstaat New York, der Trail war aber abschnittsweise nicht einfach bis gefährlich zu begehen. Jetzt wird es spannend was Massachusetts zu bieten hat.