12. Tag – SMV ala Australien

Appalachian Trail

Streckenabschnitt: Manassas Gap Shelter – Rod Hollow Shelter / 13Mi
Um 06:45 Uhr aufgestanden und Kaffee gekocht, was sonst! Die anderen Wanderer sind ob dieses Umstandes fertig, echter Kaffee  kein Instant, WAU! Daher gebe ich natürlich Kaffee an Notoe, Mad Max und Nova ab. Dann das übliche Prozedere Abwasch, minimale Morgentoilette, Klotz besiegen und los! Ich habe mir den ca. 13 Meilen entfernten Rod Hollow Shelter als Tagesziel ausgesucht. Der letzte Shelter vor dem berüchtigten Roller-Coaster-Abschnitt von dem alle reden.

Der Appalachian Trail ist gnädig, läuft moderat dahin, so kann ich bis zur ersten Pause 2,5 Stunden durchgehen. Beschildert ist der Trail jetzt anders. Anstatt Betonwegweiser wie in den Shenandoahs mit Holztafeln und Schilder.

Es ist drückend heiß, d.h. Schweißstufe abrinnen und der Wasserbedarf ist ein hoher. Auf dem Weg treffe ich immer wieder Notoe und Mad Max die vergönnen sich ab und zu einen Joint. Gegen 14:30 Uhr erreiche ich den Rod Hollow Shelter. Der ist besetzt von einer Gruppe Australier die relativ platt im Shelter herumliegen. Super ich will auf keinen Fall das Zelt aufbauen! Daher klettere ich mit meinem Zeug nach oben, sozusagen in den ersten Stock. Nachdem ich mir das Lager bereitet habe, beschließen die Australier doch noch weiter zu gehen und räumen den Shelter. Ich packe sofort meine Sachen nach unten und sichere mir meinen Schlafplatz. Dann wird wieder gekocht und zur Abwechslung einmal Nudeln mal ganz was Neues! Notoe und Mad Max machen auch halt am Shelter. Bevor sie weitergehen bewirte ich sie noch mit Kaffee und dann bin ich allein. Aufräumen, Duschen (Naturdusche an der Quelle), Fußpflege, Feuer machen! Kaum brennt mein Feuer hört man Donnergrollen und keine 5 Minuten später schüttet es wie aus Kübeln. Kurz vorher ist eine Gruppe junger Amerikaner eingetroffen die haben es gerade noch geschafft. Der Regen tut eigentlich ganz gut klärt die schwüle Luft. Ich habe heute auch erfahren, dass es sich bei den Bäumen um amerikanische Walnussbäume handelt. Tiere habe ich heute keine gesehen!

Zu den Australiern wäre noch zu sagen, da war ein richtiger Brocken dabei. Entweder hat ihm sein Therapeut eingeredet er möge den Appalachian Trail zur Gewichtsabnahme gehen oder es handelt sich um eine Variante eines Selbstmordversuches. Getreu dem Motto versuch mal mit 50Kg Übergewicht wie weit du kommst, bevor der Herzinfarkt dich erwischt. Morgen steht der Roller-Coaster auf dem Programm. Eine 13,5 Meilen Etappe mit heftigen An- und Abstiegen. 10 an der Zahl sollen es sein. Es wurde schon viel darüber geredet! Aber wir bzw. ich werde es ja demnächst sehen!