12. Tag 6. August 2018 – Schlammlöcher so tief, man könnte drinnen schwimmen

Appalachian Trail

Etappe: Bald Mountain Brook Lean To – Horseshoe Canyon Lean To – 13Mi / 20Km

Schlafen ging wieder gut. Um 05:00 Uhr ging es wieder ans einpacken. Alle Shelterinsassen waren schon auf den Beinen. Einen guten Kakao noch und um 06:35 Uhr war ich wieder unterwegs. Es ging gleich rauf auf den Moxie Bald Mountain, der war bereits um 08:15 Uhr gegangen.

 

Es war ein schöner Morgen und vom Gipfel bot sich ein tolles Panorama. Nach einem kurzen Abstieg zum Moxie Bald Mountain Lean To, ging es in einem erträglichen auf- und ab stetig abwärts. Die Herausforderung bestand heute nicht im Höhenmeter machen, vielmehr galt es über längere Strecken die nassen Felsen, Wurzeln und die unzähligen großen Schlammlöcher zu bezwingen. Teilweise war der Trail in einem schrecklichem Zustand. Da geht es nur mehr darum, ohne zu Fallen durch zu kommen.

Natürlich benötigt man viel, viel Zeit. Aber bisher ging alles gut. Auch eine weitere Disziplin kommt hier in Maine nicht zu kurz, river-fording, Flussdurchquerungen. Brücken gibt es keine mehr. Die Flüsse sind breit, ganz schön tief und weisen Strömung auf. Heute standen zwei Querungen an. Der Bald Mountain Stream und der Piscataquis River. Wobei Letzterer wirklich alle Konzentration abverlangte. Aber alles ging gut. Gegen 14:00 Uhr erreichte ich den Horseshoe Canyon Lean To, machte mein set-up und war vorerst allein. Dann kam ein weiterer Wanderer und gegen 17:30 Uhr kam auch Bill aus Maryland.

 

Wir kochten zusammen, es wurde über alles mögliche gesprochen und so ging der Nachmittag in den Abend über. Es gab noch einen kurzen Regenschauer bei Sonnenschein. Morgen geht es 8 Meilen zur ME 15 und dann hoffe ich schnell eine Fahrt nach Monson zu bekommen. Monson ist die letzte Trail Town und dann geht es los, das Abenteuer 100-Miles-Wilderness, an deren Ende der große Preis steht.