11. Tag – Wer rastet – der rostet – es geht weiter!

Appalachian Trail

Streckenabschnitt: Front Royal – Manassas Gap Shelter / 10,7Mi

Bis 07:00 Uhr geschlafen, kurz gefrühstückt, dann Klotz fertig gepackt. Einige kleinere Ausrüstungsgegenstände habe ich in Front Royal gelassen. Dann habe ich noch den General Store gleich gegenüber besucht, ein toller Laden! Aber leider gab es dort die benötigte Gasflasche auch nicht. Ich bin dann wieder zurück und habe ausgecheckt! Und dann passierte es wieder! Eine Mischung aus Glück muss man haben und die richtigen Leute treffen. Ich habe um ein Shuttle zurück zum Trail ersucht. Als der Fahrer kam habe ich ihm die Gasflasche gezeigt und er meinte kürzlich habe ihm ein Wanderer eine von diesen Flaschen gegeben, er hole sie aus seinem Shop und ich könnte sie haben! WAU und ich renne tagelang in der Stadt umher! Dann bringt mich der freundliche Mensch wieder zum Trail. Und was verlangt er dafür? NICHTS! Ich gebe ihm trotzdem $ 10!

Dann geht es wieder los. Shenandoah ist vorbei  jetzt geht´s rein nach Nord-Virginia. Da ich erst um 10:00 Uhr losgehe habe ich mir für heute nicht mehr als 10 Meilen vorgenommen(= sind eh 16KM). Nach einem Tag Pause gilt es wieder den Rhythmus zu finden. Aber es geht schon! Außer einem Reh, welches mich von nah beäugt, begegne ich niemanden. So gegen 16:00 Uhr treffe ich beim Manassas Gap Shelter ein. Hier will ich heute übernachten. Kein Mensch da! Sieht ganz nett und urig aus. Ich bin gerade beim Kaffee kochen, da kommt ein Wanderer vorbei. Der bleibt allerdings nicht! Ich mache den Kaffee fertig, dann ein Lagerfeuer und jetzt wird noch gekocht. Ich benütze als Energiequelle eine Topfkerze, das ist eine Metalldose mit Brennpaste, funktioniert dauert aber ziemlich lange.

Der Kaffee schmeckt gut, dazu gibt es Cookies. Das ist die Belohnung für einen ganzen Tag gehen! Zum Abendessen gibt`s Nudeln mit Tomatensauce! Während ich so hantiere treffen 2 Wanderer ein, richtige DurchgeherThru-Hiker, Wau sie sind schon seit 3 Monaten unterwegs. Da sie im Zelt schlafen, habe ich den Shelter für mich allein! Die Jungs aus den Shenandoahs habe ich noch nicht wieder getroffen. Auch aus dem Shelterbuch kann ich nicht entnehmen ob sie hier waren. Die Wälder bzw. der Wald erinnert mich manchmal an Neuseeland. Ansonsten ist es überwiegend ein heller, lichter Laubwald! Die Baumarten kann ich nicht zuordnen. Mächtige Bäume ragen auf, die Zwischenräume sind mit Jungpflanzen besetzt. Die großen Bäume sind oft von vielen Schmarotzerpflanzen belegt. Man sieht aber gut in den Wald hinein. Nadelbäume gibt es selten. So jetzt sind bald meine Nudeln fertig! Kaum bin ich am Essen, da treffen 3 coole Jungs ein Notoe-Mad Max-Nova so heißen sie mit ihren Trailnamen. Mich nennen sie einfach Austria. Die 3 sind gut drauf. Sie wandern den Trail etappenweise. Nova, ein Kanandier aus Nova Scotia, daher der Trailname, ist heuer schon das 2x am Appalachian Trail und hat bereits 400 Meilen absolviert. Es ist ein ganz unterhaltsamer Abend mit den Kollegen. Das gut drauf sein dürfte auch davon kommen, dass sie regelmäßig etwas Gras rauchen! Es fällt auf, dass relativ viele der jungen Wanderer sich einrauchen. Gegen 22:00 Uhr lege ich mich in den Schlafsack. Die Luft steht es ist schwül, schlafen dauert etwas, funktioniert aber dann doch.