Etappe: St. Nikolai im Sölktal—Winkler Hütte—Haseneckscharte—Hölzlerhütte—Hintere Pöllau—St. Peter am Kammersberg, reine Gehzeit 07:50Stunden für 27,5 Kilometer, Höhenmeter im Anstieg 1125, Höhenmeter im Abstíeg 1395, WegNr 909
So, es ging also weiter am Salzsteigweg 09. War auch dringend notwendig, schließlich wollte ich auch diesen Weitwanderweg heuer noch beenden. Die Quartiersuche nahm wiederum viel Zeit in Anspruch, aber letztendlich bekam ich meine Schlafplätze. Ich war ja bereits am Vortag von Ried im Innkreis ins Sölktal angereist. Sechs Stunden dauerte meine Fahrt, daher war ein Weitergehen am Anreisetag nicht mehr möglich.
Es ging also heute ziemlich zeitig los. Nach einem frühen Frühstück im Gasthaus „Zum Gamsjäger“ machte ich mich auf den Weg Richtung Haseneckscharte. Es ging durchaus steil los, die Sölkpassstraße entlang, begleitet vom Großsölkbach. Ich passierte die Hansenalm und etwas später die Mautneralm. Nach der Mautneralm verließ der 09er-Weg die Straße und bog links weg. Der Weg trägt nun auch die Bezeichnung Römerweg und führte im Prinzip weiter entlang des Großsölkbaches und der Sölk-Bundesstraße.
So ging ich weiter aufwärts. Trotz der frühen Stunde ging es schon heiß her. Nach der Hüttfeldalm kam ich zur Winkleralm und somit zum Beginn des eigentlichen Anstiegs auf die Haseneckscharte.
Das Wegstück zur Erzherzog-Johann-Hütte ersparte ich mir – die Hütte ist ja seit längerem geschlossen. Von der „Winkler-Alm-Kehre“ führte mich der 09er-Weg größtenteils in Kehren und Serpentinen stetig aufwärts zur Mahdfeldhütte. Da hatte ich bereits eine Höhe von über 1.700 m erreicht. Viele Bäche und Wasserläufe durchziehen das weitläufige Almengebiet. Es war also genügend Trinkwasser vorhanden. Im Übrigen war es heute gar nicht so schlimm mit der Schwitzerei. Es herrschte eigentlich ideales Wanderwetter: bewölkt, leichter Wind, ganz angenehm zum Gehen.
Nach der Mahdfeldhütte ging es ans Höhenmeter-Machen. Auf schmalem Steig ging es meist in Serpentinen steil aufwärts. Große Heidelbeerflächen waren zu queren, und man merkte dem Steig an, dass er nicht häufig begangen wird. Das Aufstiegspanorama war grandios. Die Haseneckscharte ist flankiert vom Krautwaschl, Hochstubofen und der Rettlkirchspitze – alles Gipfel zwischen 2.300 – 2.500 m.
Bei der Winkleralm war die Aufstiegszeit mit 1,5 Stunden angegeben. Das konnte ich nicht halten, aber unter zwei Stunden blieb ich auch. Nach einer kurzen Rast auf 2.205 m machte ich mich an den Abstieg in den Talschluss des Eselsbergbaches. Der Abstieg erforderte äußerste Konzentration. Gehen mit allen Sinnen war wieder angesagt. Der schmale Steig führte steil nach unten, war voller Geröll und im unteren Bereich völlig zugewachsen. Dies bestärkte meine Vermutung, dass wenige Wanderer auf diesem Abschnitt unterwegs sind. Wenn es nass ist, ist dieser Steig wahrscheinlich nicht begehbar. Aber es war ja nicht nass und so erreichte ich den Talschluss ohne Probleme.
Jetzt ging es noch moderat den Eselsbergbach entlang bis zur Hölzlerhütte. Hier gab es einen Stempel und einen kleinen Imbiss. Aber das war ja erst die halbe Miete für heute. Die nächsten Stunden ging es immer dem Eselsbergbach folgend, an vielen Hütten vorbei, in die Ansiedlung Hintere Pöllau. Viele Kilometer auf breiter Forststraße – gut, dass ich die Schuhe wechseln konnte. Mit den weicheren Brooks ließ es sich sehr angenehm gehen.
Von der Hinteren Pöllau ging es eine viel befahrene Asphaltstraße entlang durch das Gebiet der Vorderen Pöllau. Schließlich brachte mich ein kurzer Waldweg nach St. Peter am Kammersberg und zu meinem heutigen Quartier, dem Gasthaus Trattner. Gerade rechtzeitig – bevor es zu regnen begann. Morgen geht es weiter über die Stolzalpe, nach Murau und zur Murauer Hütte.