11. Tag 5. August 2018 – Wo sind bloß die Brücken geblieben?

Appalachian Trail

Etappe: Caratunk/Sterling Inn – Bald Mt. Brook Lean To – 15Mi / 24Km

Geschlafen habe ich ziemlich gut. Ich fühlte mich echt fit. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, es hat sich gelohnt einen Tag zu warten, es schien ein richtig schöner Tag zu werden. Ich vergönnte mir noch ein gutes Frühstück, bezahlte meine Rechnung und dann brachte mich der freundliche Mensch vom Sterling Inn wieder zurück zum Trail.

 

Um 07:05 Uhr ging es wieder los. Es entwickelte sich wirklich ein feiner Tag. Die ersten drei Stunden verlief der Trail so moderat, dass es fast schon unter wandern fiel. Es ging am Pleasant Pond vorbei, auf den gleichnamigen Berg. Es hatte sich zwar an der Aufstiegsvariante, steil und knackig nichts geändert, der wesentliche Unterschied lag jedoch in der Höhe. Der Pleasant Pond Mt war mit 2470ff ca. 800m hoch. Mit der Überquerung des Pleasant Pond Mt. war auch schon Schluss für heute mit dem Bergauf. Damit kein Irrtum entsteht, der Untergrund war natürlich vom gestrigen Regen gezeichnet, nass und schlammig. So begann dann der Abstieg zum Moxie Pond und ich stand schließlich vor dem Baker Stream.

 

Der Fluss war breit, er war tief und er hatte Strömung. Da musste ich jetzt durch. Mach dir nicht ins Hemd, Herbert, du kannst das, also konzentrier dich! Schuhe aus, Socken aus, alles am oder im Rucksack verstaut. Dann meine Badeschuhe an, die waren genau richtig für derartige Sachen. Und dann rein in den Fluss. Vorsichtig auf die Steine steigen, vorher guten Halt für die Stöcke suchen und dann Schritt für Schritt dem anderen Ufer entgegen. Gut gemacht! Eine halbe Stunde dauerte die Durchquerung. Dann ging es noch für 2 Meilen in den Anstieg zum Moxie Bald Mt. hinein. Um 15:30 Uhr stoppte ich beim Bald Mt. Brook Lean To. Ich war lange zeit alleine, machte mein set-up, dann kam Hoops, alias Bill, ein 68zig jähriger Nobo, den ich schon öfters getroffen habe.

 

Wir kochten zusammen, Bill bot mir an in den Tee etwas Whiskey zu geben, zur Geschmacksverfeinerung, was ich gerne annahm und es ergab sich ein guter Geschmack. Dann kamen noch 4 Jungs, Sobos, die hatten ihre Wanderung erst begonnen. Ein Lagerfeuer hatten wir auch, also richtige Wildnisatmosphäre. Da ich auch an den Gesprächen teilnehmen konnte, war ich rundum zufrieden. Morgen soll ein ähnlich schöner Tag werden, ich freue mich schon darauf.