19. Tag 13. August 2018 – Nur ein „kleiner Hügel“, Schwimmen mit Flußkrebsen und die letzte Seite meines „Awol“

Etappe: Potaywadjo Spring Lean To - Rainbow Stream Lean To - 18 Meilen / 29Km

Ich habe sehr gut geschlafen und ein klarer warmer Morgen erwartete mich. 06:00Uhr war alles fertig und es ging wieder los. Es war ja eine lange Etappe geplant, übrigens die letzte lange Strecke am Appalachian Trail. Auch beim Guidebook bin ich auf der letzten Seite angelangt. Schön langsam wird mir klar, mein Abenteuer geht zu Ende. Bill war auch schon auf den Beinen, so gingen wir zusammen los. Er blieb jedoch bald hinter mir zurück. Die ersten 10 Meilen verlief das Profil eher flach. Der Untergrund hatte es jedoch in sich. Wieder viele Wurzeln und Felsen. Auch lange Hangquerungen waren dabei, die mag ich gar nicht gerne. Wildlife gab es auch heute. Leider kein Moose, aber eine große Eule ließ sich ganz ruhig und entspannt fotografieren. Eine Erhebung gab es heute, den Nesuntabunt Mountain. 1520ff also gut 500m hoch. Kann man doch nicht ernst nehmen so einen Hügel. Ich wurde wieder einmal eines Besseren belehrt. Es waren knappe 300 Höhenmeter zu machen und die auf die richtig steile Art. Es dauerte relativ lange bis ich den "Hügel" geschafft hatte und es ging ganz schön viel an Kraft weg.

Aber das war es auch schon wieder  mit bergauf, der Rest der Strecke verlief in moderatem auf- und ab. Grundsätzlich ging es ja bergab. Grundsätzlich deswegen, da man auch beim abwärts gehen viele Höhenmeter machen kann. So wie gestern war ich nach 9 Stunden am Rainbow Stream Shelter. Ich las im Guidebook, dass gleich in der Nähe ein "swimming hole" ist. Also ein großes Felsbecken zum Baden. Nach dem set-up suchte ich dieses Becken, es war wirklich ganz in der Nähe. Also rein ins Wasser. Es war wirklich sehr angenehm. Das Becken war groß und tief, ich konnte richtig eintauchen. Am Beckengrund gab es viele Flußkrebse. Also aufpassen, nicht drauf treten. So erfrischt ging ich zum Shelter zurück, dann traf Hops-Bill ein, er ging auch gleich baden. Es kamen noch einige Wanderer, es wurde gekocht und ich hörte voll konzentriert ihren Gesprächen zu.

Morgen gibt es eine 14 Meilen Etappe, dann erreichen wir Abol Bridge und damit hat die 100-Meilen-Wildnis ihr Ende. Am Abol Bridge Campingplatz gibt es ein gutes Geschäft, eine Dusche und ein Restaurant. Ich muss mich bei den Rangern für die Besteigung des Mount Katahdin /Baxter Peak anmelden und hoffen, dass ich noch einen Platz im letzten Shelter bekomme. Es werden nämlich nur 12 Personen reingelassen.


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