Was blieb vom Section-Hike-2017?

Jetzt - mit einigen Tagen Abstand fällt es mir schon leichter die Frage - Was blieb vom heurigen Section-Hike? - zu beantworten. Mir war von Anfang an klar, dass 870 Meilen / 1400Km eine Distanz darstellt, der man mit Respekt begegnen muß! Mir war auch klar, dass es über viele und hohe Berge geht. Das sagte mir ganz klar, das Höhenprofil des Guidebooks und der Umstand, dass die Great Smoky Mountains  zu überqueren waren. Soweit zu den relativ klaren Punkten meiner Weitwanderung.

Überraschend war dagegen, dass sehr wenige Hiker auf diesem Teil des A.T. unterwegs waren. In Summe war ich sicherlich mehrere Wochen allein auf dem A.T. unterwegs und auch die Shelter waren leer. Ich kann also die Kritik - der A.T. wäre völlig überlaufen - absolut nicht teilen! Wetterbedingungen sind - wie sie eben sind! Dass es heuer soviele Regentage gab, machte die Sache nicht einfach! Ich hab mich aber gut darauf einstellen können. Von der Beschaffenheit des Trails war Georgia wie ein "Hiking-Highway! Teilweise auch North Carolina! Tennesse hatte wirklich nichts zu bieten - marode Shelter, der Trail war teilweise hoch zugewachsen! Aber Tennesse war in 3 Tagen gegangen. Die Berge waren hoch! Höher als die White Mountains in New Hampshire - aber großteils gut zu gehen! Schöne Switch-backs, moderate Anstiege.

In Virginia änderte sich dies grundlegend! Es ging sehr oft gerade und steil an die Berge heran. Auch Kletterpassagen waren an der Tagesordnung; zB. Dragon Tooth! Ich bin heuer wirklich weite Tagesetappen gegangen - sehr oft zw. 30 und 40 Km! Aber die Shelterabstände wurden teilweise sehr weit - oft zu weit! Positiv war, dass es unmittelbar in Trailnähe viele Hostels gab, die man in die Tourenplanung einbeziehen konnte. Auch die Beschaffung von Lebensmitteln, Gas, usw. wurde dadurch einfacher. Ich habe die Hostels oft genutzt und dabei viele nette, freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen, viele kleine Orte und Städte kennengelernt.

Traf ich in den letzten Jahren immer NOBOS bzw. SOBOS - so waren heuer Herr und Frau "Dayhiker" meine Begleiter und Gesprächspartner; ich konnte heuer also etwas Einblick gewinnen, wie "Normalamerikaner" so gepolt sind. Auch bei meinen 3-Zero-day´s erhielt ich mehr Info über den amerikanischen Alltag als mir lieb war.

Ich habe auch gelernt mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen umzugehen. Die Erkältung am Beginn meiner Wanderung war eine hartnäckige und begleitete mich die ersten 10 Tage. Schlimmer war allerdings der eingeklemmte Ischias Nerv am Ende des Hikes! Es hätte wirklich keinen Tag länger dauern dürfen. Ich konnte zum Schluß keine 50m mehr gehen.

Rockfish Gap 2017
McAfee Knob

hike your own hike - I did it!


Posted in 4. Etappe - vom Springer Mountain zum Rockfish Gap/Shenandoah National Park by with no comments yet.