36. Tag – Sunset View und Riceberry`s

Streckenabschnitt: Brink Road Shelter - Mohican Outdoor Center / 14,5Mi

Ich werde um 05:30 Uhr wach und mache mir Frühstück. Es gibt natürlich Kaffee und „top tarts“ – die schmecken wirklich gut und haben viele Kalorien. Dann packe ich Klotz fertig. Ich habe gestern schon einige Sachen an andere Hiker weitergegeben z.B. die Wurfballleine, allerlei anderen Kleinkram, eine volle Gasflasche usw. Mit mir hat ein junges Paar in ihren Hängematten übernachtet. Tolle Dinger diese Hängematten – werde ich mir beim nächsten Mal auch zulegen. Ich habe die Beiden gestern gefragt was ihre Motivation für die Weitwanderung ist und was sie anschließend machen werden. Sie sagten mir, dass sie anschließend heiraten werden und der Trail faktisch die Vorbereitung auf ihr Leben zu zweit ist! Wau – auch nicht schlecht! Ich verabschiede mich, wünsche Ihnen alles Gute und eine erfolgreiche und sichere Wanderung und bin so um 07:15 Uhr auf dem Weg.

Sun-Set-View-Cabin

Mohican Outdoor Center

die letzten Reserven

Mountainhouse und Riceberry`s

Blick auf den Delaware River

Auf den Weg zurück - Blick auf den Delaware River

Das Wetter ist – wie immer schön – es geht ein leichter Wind, also wirklich ideal! Ich komme auch gut voran, quere eine Landstraße – der Trail geht sofort nachher auf einer Forststraße weiter – auf einmal – keine 10m vor mir – kommen 2 große Schwarzbären aus dem Wald, überqueren die Straße und bleiben im Wald stehen. Es sind wirklich schöne große Tiere. Ich hole sofort die Kamera aus der Tasche und kann gerade noch ein Foto machen, ehe sich die Bären wieder wegbewegten. An sonstigen Wildlife gab es noch 2 Rehe, eine Schildkröte und eine zischende Schlange am Wegesrand – dürfte keine Klapperschlange gewesen sein, die rasseln ja – ich tippe eher auf eine dieser schwarzen Schlangen. So geht es in den frühen Nachmittag hinein, ich treffe noch bekannte Gesichter und gegen 14:00 Uhr bin ich wieder beim Mohican Outdoor Center Ich habe Glück – eine „Cabin“ ist noch frei – muss aber erst gereinigt werden; d.h. eine Stunde warten! Ist OK! Die Wartezeit lohnt sich. Ich bekomme die „Sunset View Cabin“, sie ist noch komfortabler als die Cabin beim letzten Mal.

Wiederum ein ganzes Holzhaus für mich alleine! Küche, WC, Dusche – alles da! Ich mache mir Kaffee – erstmals mit einer Kaffeemaschine. Dann wasche ich die Socken, das T-Shirt+U-Hose mit Seife kalt aus – zum Trocknen benutze ich die Platten vom E-Herd, ich spanne eine Schnur darüber und hänge die Sachen auf. Dann gehe ich selbst unter die Dusche und anschließend geht´s ans „Restl-Essen“. Erster Gang – Nudeln mit Parmesan, Zweiter Gang – Mountainhouse – Spagetti mit Fleischklößchen, dann habe ich noch Kartoffelpüree, aber das bring ich nicht mehr runter. Als Nachspeise gibt es eine Schüssel selbst gepflückte Riceberry´s – schauen aus wie Himbeeren, geschmacklich sind sie jedoch anders. Und zum krönenden Abschluss – einen „Herschey+Cola“. Ich bin total angegessen! Für Morgen bleibt mir noch etwas Kaffee und einige „Cliff-Barres“. Dann noch den Abwasch – auch mein Kochgeschirr habe ich noch einmal gründlich in Spülmittel eingelegt und gewaschen. Morgen stehen die letzten 10 Meilen am A.T. auf dem Programm. Ich werde gegen Mittag in Delaware Water Gap sein und damit ist das Abenteuer „Appalachian – Trail vorerst abgeschlossen.

Es war ein Abenteuer und Naturerlebnis der Sonderklasse wie ich es vorher noch nie erlebte hatte. Es war auch körperlich und geistig eine Herausforderung! Ich bin zufrieden mit meiner Leistung „500 Meilen „ und der Art und Weise wie ich der Natur begegnet bin. Ich habe einiges gelernt, wie man sich in einer derartigen Umgebung bewegt, welche Gefahren es gibt und auf was man zu achten hat. Ich habe mich auch gut in die Hiker-Gemeinschaft eingefügt und war mit Abstand der Älteste in diesen knapp 6 Wochen. Viele freundliche und hilfsbereite Menschen habe ich getroffen, die mir behilflich waren so manches Problem zu lösen! Man kann am A.T. für einige Zeit den Traum der scheinbar unbegrenzten Freiheit träumen und leben – viele der jungen Hiker tun dies auch! Ich für meinen Teil weiß, dass dies aber ein Traum bleiben wird. Ich habe den A.T. gewürdigt und ehrenvoll Abschied genommen! Heute beim Zurückgehen habe ich noch einige bekannte Hiker getroffen, zB. gleich am Morgen „Mad Max“, dies hat mich gefreut, da ich mich von ihm noch persönlich verabschieden konnte. Morgen beginnt ein neues Abenteuer – nämlich wie organisiere ich die Heimreise. Dies kann unter Umständen genauso spannend werden wie der Trail. Meine Hoffnung ist, dass das Umbuchen des Fluges zum ehest möglichsten Zeitpunkt funktioniert


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